Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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— 104 — Nachbemerkung der Redaktion. Wir stimmen unserm wackern Korrespondenten darin bei, daß der gute Wille zur Gründung des projektirten Vereines in reichem Maße vorhanden ist. Auch werden wir diese Blätter stets mit vielem Vergnügen allen hierauf bezüglichen Vorschlägen und Mittheilungen offen halten und die Gründung des Vereines nach Kräften fördern. Den Geldsammlungen müßte aber die Veröffentlichung eines — seiner Zeit der hohen Regierung zu unterbreitenden — Statuts vorangehen. Der besonnene Spender will nicht nur den wohlthätigen Zweck des Vereines, sondern auch dessen Gebahrung und Verwaltung kennen. Wir bitten also die Freunde des in Rede stehenden Projektes, demselben zuvörderst in dieser Richtung ihre Aufmerksamkeit schenken zu wollen. Wien, 26. Jünner. Der hiesige Gesangverein ״Zion" hat mit seiner gestrigen Stiftungs-Liedertafel einen die kühnsten Er- Wartungen übertreffenden Trinms gefeiert. Der Chormeister I. Sulzer und seine Schüler haben bewiesen, was Hingebung und Ausdauer auch in kurzer Zeit zu leisten vermögen. Unter den Chorgesängen hat besonders Händel's ״Halleluja" Enthusiasmus erregt. An den Einzelproduktionen betheiligten sich Fr. Csillag und die Herren Sulzer, Epstein, Bachrich und Lackenbacher. Dr. Kompert's schöner Prolog wurde von Sonnenthal wirksam vorgetragen. Die Schlußstrofen des Prolog's lauten: Wir singen — weil die Zeit naht, wo die Bürde Die langgetrag'ne fällt, und Bürgerwürde Wie Thau vom Himmel auf uns niederträuft! Wir singen — weil dereinst auf eigner Scholle, Die wir mit eigner Hand bestellt, die volle Und gold'ne Saat entgegeureift! Wir singen — nnd die alten bösen Meister Hohn und Verleumdung flieh'» davon — Vor eines Menschenliedes freiem Ton Versinken in ihr Nichts die mächt'gen Geister. Mit Sang und Klang, so gehen wir entgegen Des jungen Tages frühlingsgleichem Regen, Nun da geborsten ist das Eis! Am Liederquelte wollen wir erlaben Die Seelen, die so lang geschmachtet haben, Zur Freude uns und Gott zum Preis! Der erste Gruß, den wir entgegenbringen Nach langer schwer durchtränmter Nacht, Er gilt des jungen Tages Pracht, Ihm unfern Grußl Ähm unser — Singen!