Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 102 — Lehrer-Witwen- und Waisen - Versorgungs - Verein. Von Ignaz Gotdstet«. Die Herren Senior Burbaum in Preßburg und Muster- Hauptschullehrer Guttmann in Fünfkirchen brachten im zweiten Jahrgange dieser geschätzten Zeitschrift die Errichtung eines i s r. Lehrer-, Witwen- und Wäisen-Versorgungs-Vereines in Anregung, und wiesen durch eine wahre und wahrhaft rührende Schilderung aus die Nothwendigkeit eines solchen Vereines hin. Ihre vom Herzen kommenden Worte drangen auch in Herzen, und fanden nicht nur bei allen Lehrern, die in dem treu gezeichneten Bilde sich selber finden, sondern auch bei sehr vielen andern edlen Menschenfreunden den innigsten Nachhall. Bleibt aber die Realistrung dieses so wichtigen Gegenstandes noch immer nur ein pium desiderium, so ist mehr die von diesen Herren unzulänglich angegebene Art und Weise der Ausführung^ als der gute Wille der sich daran zu Beteiligenden schuld daran. Wenn stch Hr. G. blos an die ,״kärglich besoldeten Lehrer" wendet, und die ״Reichen" geradehm dispenstrt, so hat er seinen Kalkül gar schlecht entworfen. Ich frage Hrn. G., dessen lobenswerthen Eifer für die gute Sache ich anerkenne, wie sollen und können kärglich besoldete Lehrer einen hinlänglichen Fond herbetschaffen? Und wenn Hr. G. in Ungarn nirgends Menschen oder Gemeinden findet, die in Rückerinnerung auf die Verdienste ihrer Lehrer, dieselben im eingetretenen Nothfälle unterstützen, so kennt er die Ungar. Israeliten nicht. Wie viele edle Züge einzelner Familien, wie viele erhebende Beispiele des edelsten Wohlthätigkeitsstnnes ganzer Gemeinden könnte ich hier aufzählen, um Hrn. G. einen bessern Begriff von der Opferwilligkeit der Ungar. Israeliten beizubringen, die besonders im letzten Dezennium glänzende Proben genug davon abgelegt haben. Also nicht an kärglich besoldete Lehrer, sondern an edel denkende Meuschen, deren es überall genug gibt, muß man stch wenden, soll das gottesfürchtige Werk zu Stande kommen. Es darf aber kein bloßes Projekt bleiben, sondern muß so schnell als möglich in Ausführung gebracht werden. Der dazu erforderliche Fond wäre durch eine in allen israel. Gemeinden Ungarns durch zwei vom Vorstande gewählte Gemeindeglieder oder Lehrer zu veranstattende Beitrags-Sammlung auf die leichteste Art zu erzielen. Daß stch auch die Lehrer namhaft daran zu betheiligen hätten, versteht stch von selbst. Jeder würde mit Vergnügen ein kleines Opfer für Diejenigen darreichen, die für uns und unsere Kinder so große Opfer bringen, und denen wir unsere geistigen Schätze,