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Ben Chananja · 1860-01-01 · 2 (1860) · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
2 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 74 (sequence 22)
Language
German
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— 74 — Dr. Monz Horschetzky. Biografische Skizze von Äznaz Reich. In vr. Moriz Horschetzky hat Israel einen derjenigen Männer verloren, welche, die Ergebnisse der älter« und neuern jüdischen Erziehungsweise in sich vereinigend, auf verschiedenen Gebieten Treffliches und Gemeinnütziges leisten, und unter mannigfaltigen Titeln gerechten Anspruch auf die Dankbarkeit ihres Volkes haben. Unter den jüd. Aerzten in Ungarn begegnen wir hier und da noch einem ehrwürd. Manne oder Greise, dev in früher Jugend mit den Quellen jüdischer Wissenschaft vertraut wurde, und sich erst dann entschloß, in die Reihe der Schüler Hippokrat's zu treten. Das Volk wird durch diese Männer an die Bergangenheit erinnert, wo der Arzt ״Rabbi" genannt wurde; der Kundige gedenkt im Umgänge mit ihnen der Zeiten der arabischen Kulturepoche! vr. H. nahm unter diesen seineU Kollegen einen hervorragenden Platz ein. Für ihn war die jüdische Wissenschaft nicht ein Gegenstand der Erinnerung ans den Tagen der Jugend; er blieb dieser seiner Jugendfreundin treu bis an das Ende seines Lebens. Um so mehr verdient er es, daß ihm in diesen Blättern, deren eifriger Freund und Mitarbeiter er war, ein bescheidenes Denkmal gesetzt werde. H. wurde 1777 zu Bidschow in Böhmen geboren. Der Hauptgegenstand des Unterrichtes, den er in seiner Kindheit genoß, waren Bibel und Thalmud. Doch besuchte er zwei Jahre hindurch die in Folge der Verordnungen Kaiser Jose f's II. eiststandene Trivialschule seiner Gemeinde. Auch wurde er von dem Ortsrabbiner Tobias Levit*) in den Elementen der Arithmetik *) R. Tobias (Großonkel des Red. d. Bl.), gab 1807 als Rabbiner'zu Gr.-Meseritfch in Mähren, in Prag bei Sebastian Dtesbach ein Merkchen unter dem Titel: בדורי heraus, in dessen erstem Theile mehrere Satzungen aus חלכות תהומיל geometrisch erläutert werden. Der zweite Theil enthalt eine synoptische Anleitung zur Handhabung bet bezüglichen Vorschriften. Im dritten Theile sind diejenigen geometrischen Lehren zusammengestellt, die das gründliche Verständniß der vorhergehenden Theile erleichtern. Die Angabe bei Fürst (Bibl. 1, 408.), daß R. T.'s Werk eine ״vollständige Geometrie" enthalte, ist mithin zu berichtigen. Der sel. Horschetzky narmte feinen ersten Lehrer in der Mathematik stets mit großer Pietät. Die mathematischen Kenntnisse R. Tobias' waren, wie Horsch. oft erzählte, so bekannt, daß die von Zeit zu Zeit nach Bidschow kommenden Artillerie-Offiziere ihn besuchten׳, um sLH über mathematische Materien mit ihm zu unterhalten. Manche Mitglieder seiner Gemeinde schätzten ihn dadurch um so höher; UebelwotteM säg'ten spot-

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