Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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— 47 — möchten — die Sprache, in der Gott vom Sinai geredet, nicht die ehrwürdige Mutter aller Sprachen zu nennen wagen? Ich wiederhole, nicht um Beifall und Anerkennung zu ernten, schrieb ich meine Sansinnim nieder; ich wäre daher auch gewiß die Auslassungen des Hrn. Ehrentheil mit Stillschweigen übergangen. Ich hielt mich jedoch dem lesenden Publikum gegenüber, das mein Buch vielleicht noch nicht aus eigener Anschauung kennt, und daher ein schiefes Urtheil darüber gewinnen müßte, zu dieser Auseinandersetzung verpflichtet*). Proßnitz, im Dezember 1859. vr. A. Schmie dl, Rabbiner. ZegenbemerkMgm von ij. Deutsch in MH. S. B. CH. S. 486. 527. ״Die Verwechslung der Vokale", sagt Oberrabb. Hochmuth, ״ist nicht mit der Mutation der Buchstaben ans gleiche Linie zn setzen, da jene, nicht aber diese grammatikalische Begründung hat." Warum die Mutation des ״j1־" ein ״N" und der Pluralendnng י□״" in י... (sonstige Mutation der Buchstaben im slat. ooustr. gibt es in der hebr. Sprache nicht) dem würdigen Hrn. Rezensenten als grammatikalisch unbegründet erscheint, kann ich mir nicht recht klar machen. Das lispelnde ״n״ ist ebenso Feminialanwendnng, wie das 11״", vergl.: עטרת עטרה; (in den verwandten Dialekten ist die Verwandlttng des ״ה״ in ״N" noch weit häufiger (s. Ges. Lehrg. §. 32, 3. b); die *) Gerne haben wir dem Hrn. Verfasser das ihm nöthig scheinende Wort der Selbstvertheidigung gestattet, können aber nicht umhin folgende Bemerkungen hinzuzufügen. Die Reinheit der Absicht, welche den Hrn. Verfasser bei der Herausgabe der ״Sanfinnim" leitete, ist von unserm wackern Mitarbeiter, Hrn. 1)1׳. Ehrentheil, nicht in Zweifel gezogen worden. Auch hat der Rezensent dem Buche die weiteste Verbreitung gewünscht. Die hebr. Sprache, welche ein Zweig des semitischen Sprachstammes ist, darf selbst in einem Aolksbuche nicht die Mutter aller Sprachen genannt werden. Die indogermanischen und ural-altaischen Sprachen sind eben so wenig Töchter der hebräischen, wie die chinesische und japanische, oder die afrikanischen und amerikanischen Sprachen. Unter den semitischen Sprachen wird im Schulchan Arnch sogar die aramäische der hebräischen gleichgestellt: דשניהם נתנו בסיני (Eben Ha-Ezer 126, 1; s. R. G. A. Mos. Jfferles 126—128)! — Das Atlegorisiren oder Symbolisiren scheint auch uns in der Schriftauslegung und Schriftbe- Nützung des Herrn Vers, viel zu einheimisch zu sein. Die talentvollen jüngeren Rabbinen, unter denen Hr. Dr. Schmied! ohne Zweifel einen hervorragenden Rang einnimmt, können vor der Philonischen Manier, die bei Manchem fast zur Manie wird, nicht nachdrücklich genug gewarnt werden. Red.