Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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— 45 — Jtodj ein Ufort iiöer bas llolkskach 5״a1rMim." ״Nicht um Beifall und Anerkennung zu ernten, sondern btos um der heiL i gen S a ch e zu dienen, der ich nicht nur meinem Berufe, sondern auch meinem innersten Herzensdrange nach angehöre, ist meine Schrift ״Sanfinnim" verfaßt worden." Also sagte ich in dem Vorworte zu dieser Schrift. Ob nun mein Buch diese Aufgabe, die es sich gestellt, wirklich zu löseu im Stande ist? Ob es in der That der ״heiligenSache" irgendwelchen Dienst zu leisten, die Befähigung in sich tragt oder nicht? Ob es in ״Schule und Hans" irgend wie fruchtbar und segensreich wirken könnte? Ob diese Volksschrift, die die wichtigsten Fragen aus dem häuslichen, religiösen, synagogalen und sozialem Leben Israels zu behandeln sich vorgesetzt, dem Leser eine kräftige Anregung zum weitern Selbstdercken biete oder nicht? Das und nur das müßte vor Allem die Frage sein, die ein Rezensent bei Beurtheilung meines Buches in's Auge zu fassen und zu besprechen hätte. Nun der geschätzte und vielgelesene Ben Chananja enthält in dem so eben erschienenen Dezemberhefte eine Besprechung meines Buches. Allein der Abfasser dieser Besprechung hat jene so wichtigen Fragen auch nicht mit einem Worte berührt, sondern ist an Plan und Tendenz des Buches stillschweigend vorübergegangen, um mit der Lupe bewaffnet, geringfügige, sprachliche Anomalien aufzusuchen, und diese sodann dem Verfasser im Hofmeistertone vorzuwerfen. Doch hören wir, was er in dieser Beziehung herausgefunden hat. Nun gleich Ln dem einleitenden Gedichte findet er in dem Ve'rfe, ״die jeden Menschen Gleich!! iß Gottes nennt" ein sprachliches Kuriosum. Wol hat die sehr vereheliche Redaktion hiezu, in einer Randbemerkung, eine bedeutende Autorität als Gewährsmann für die Richtigkeit des Ausdruckes angeführt. Allein wer darf von einem Rezensenten verlangen, B unser! gelesen zu haben: wol aber ist mar! zu fordern berechtigt, daß ein Rezensent, eh' er sich's herausnimmt, öffentlich einer! Tadel auszusprechen, irgend ein deutsches Wörterbuch nachschlage, er wäre dann über die verschiedener! Bedeutungen des Ausdrnckes belehrt geworden. S. 114 meines Buches findet er einen Pleonasmus zu rügen: ״warme Flamme." Doch hätte der Rezensent hier wiederum zuerst ein Lehrbuch der Rhetorik uachgelesen, er würde dann gefunden haben, daß der Pleonasmus eine bei den korrektesten Schriftstellern beliebte rhetorische Figur ist, um den Gedanken anschaulicher und kräftiger auszndrücken. — Wie, ist etwa der Ausdruck: ״Möge die Begeisterung als warme Flamme zu Gott emporsteiger!", Pleonastischer, als wenn mar! sagt: ״Mein eigener Bruder," oder ״beim Heller! Sonnenlicht" u. dgl.? Hr. Ehrentheil nehme einmal das tüchtigste Buch deS tüchtigsten Schriftstellers zur Hand, und wenn er seine Zeit nicht zu was Besserem zu verwen--