Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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— 43 - L. Stein, welcher unerschöpflich ist in angemessener Anwendung des Midrasch, und niemals verfehlt, einen guten Eindruck zu machen. Viele Predigten von ihm find veröffentlicht; man kann demnach fich leicht überzeugen, welchem Geschmacke ich den Vorzug einränwe. Ich bin so wenig ein Feind schöner Schreibart, daß ich selbst des hier fungirenden Partei-Rabbiners Hirsch kernhasten und körnigen Styl, so oft er über Religionssachen schreibt (gehört habe ich nur eine recht durchdachte Gelegenheitsrede von ihm) ganz vorzüglich angemeft sen finde, wiewol wir in unserer Denkart völlig von einander abweichen. Auch Holdheim weiß der Kanzelrede hohen Reiz zn geben. Alle diese wissen vom Midrasch den Gebrauch zu machen, welcher fich mit dem guten Geschmacks zu vereinigen weiß. Das Gegentheil an andern gedruckten Predigten zu zeigen, vermeide ich, um mir nicht noch mehr Antikritiken zuznziehen. Ich setze diese Verständigung nur hierher, um dem Verfasser der Antikritik, Hrn. Landau, welcher, wie ich aus guter Quelle vernehme, durch eine ethische Schrift sich einen guten Namen erworben hat, und auch in seiner Entgegnung das persönliche abgerechnet, doch den denkenden Mann beurkundet, meine aufrichtige Achtung zu beweisen. Wir vertreten zwar sehr verschiedene Prinzipien, wenn er wirklich der von mir angegriffenen Richtung zugethan ist, und nicht etwa blvs im Interesse des Mannes schreibt, der durch eine schärfere Durchsicht seiner Reden vor dem Abdruck die meisten Anstöße hätte mildern oder Hinwegräumen können; — aber ich bin überzeugt, daß ein Mann von seiner Bildung dem ältern Geschmack an ungereimtem Drusch nicht seinen Beifall geben kann. Frankfurt a. M., am 2. Dezember 1859. Dr. I. M. Jost. Zum ״£eöea ilßraljams.“ Herrn Oberrabb. Dr. ZLpser bin ich sehr dankbar für mehrere Bemerkungen desselben zu meinem ״Leben Abrahams" im Dezemberheste des Ben Ehananja S. 578, und soll Manches darin in einem etwaigen Nachtrage oder sonst am geeigneten Orte von mir berücksichtigt werden. Im Allgemeinen muß ich aber bemerken, daß der Plan meines Werkes, wie auch im Vorworte angegeben, eigentlich nur dahinging, die in jüdischen Quellen enthaltenen Sagen in möglichster Vollständigkeit mitzutheilen, Parallelen aus den Sagen l anderer Völker und Religionsparteien sind in der Regel nur dann in den j Anmerkungen erwähnt, wenn solche entweder, ohne jüdischen Ursprunges zu!!ein, dennoch mit dem Inhalte der jüdischen Sage kongruent erscheinen, oder wenn solche, ob zwar wahrscheinlich aus jüdischen Quellen entnommen, doch Letztere an Abenteuerlichkeit oder Hyperbolismuö überbieten. In beiden Fällen erschien es von Interesse, die Leser auf die verwandte uichtjüdische Sage aufmerksam zu machen; sollten aber alle von den vor- und nachmuhamedanischen Arabern und anderen Völkern erzählten Sagen über Abraham mitgetheilt wer-