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Ben Chananja · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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41 — Pefthev Briefe. I. S. W. Nach den letzten Vorgängen und nach der ״Verwahrung" außerhalb des Preßgesetzes. welche sich B. Chan, von hier zugezogen *), bin ich in einiger Verlegenheit, indem ich mich anschicke, Ihnen, Ihrer Aufforderung gemäß, über unser Gemeindeleben zu berichten. Einerseits widerstrebt es mir, mich in meinen Mittheilungen ganz objektiv zu halten, und jedes Urtheil zu unterdrücken. Andererseits kenne ich die Empfindlichkeit, welche Viele in unserer Mitte abhält, sich eine freie Kritik gefallen zu lassen. Ich glaube Ihren Lesern am besten gerecht zu werden, wenn ich die goldene Mittelstraße zu waudeln versuche. Ob es mir gelingen werde, wird die Zukunft lehren. Unser Kultusgemeinde-Präses, Hr. David Fleischl, hat seine De-- Mission eingereicht Warum? Darüber zirkuliren verschiedene Versionen. Mir scheint die Version der Wahrheit am nächsten zu kommen, welche den Austritt Fleischl's aus dem Gemeinde-Vorstände mit gewissen kleinlichen Oppositionen einiger seiner Kollegen in Verbindung bringt. Doch mag dem sein, wie ihm wolle, so bleibt es jedenfalls bedauerlich, daß ein Mann wie Fleischl, desfeil Herz warm schlägt für jedes jüdische Interesse, der so viel Zeit und Kraft der Regelung der hiesigen Kultusgemeinde - Verhältnisse gewidmet, und das Präsidium d?P Gemeindesitzungen mit vielem Takte und zur Zufriedenheit Aller geführt hat, und dessen eifriges Streben stets dahin gerichtet war, dem Judenthume auch nach Außen Achtung und Anerkennung zu verschaffen, Grund und Veranlassung findet, sich vom Gemeindeleben zurückzuzrehen. Um die ״Ergänzungswahl" zu bewerkstelligen, hat der Vorstand unterm 12. d. M. an die Urwähler vom vorigen Jahre, aus deren Mitte zumeist der gegenwärtige Vorstand hervorgegangen ist, ein Zirkular erlassen, in welchem dieselben aufgefordert werden, die Wahl im Sinne des Statthalterei-Erlaffes vom 19. Oktober l. I., Zahl 3859/Pr., am 18. d. M. unter folgenden Modifikationen vorzuneh-- men: a) Sowol zu Vorstehern als zu Ausschußmännern der Kultusgemeinde können Diejenigen gewählt werden, welche zu den direkten Lasten der Kultusgemeinde einen jährlichen Beitrag von 25 st. ö. W. leisten, insofern sie die in der Wahlinstrultion geforderten Eigenschaften besitzen, b) Die Zahl der Vorstands-Mitglieder bleibt unverändert, dagegen wird die Zahl der Ausschußmän- Her vermehrt, so daß 12 Vorstandsmitglieder und 18 Ausschußmänner mit absoluter Stimmenmehrheit zu wählen sind. 6) Sämmtliche 30 Vertreter werden neu gewählt; doch können die bereits sungirendeu Individuen wieder gewählt werden. Das Resultat der Wahl theile ich nächstens mit. Zum Schluffe noch die Nachricht, daß einige intilligente jüdische Männer mit dem Gedanken umgehen, einen Leseverein zu gründen, in welchem jüdische Interessen ihre kräftige Vertretung finden sollen. *) Eine hierauf und aus Dr. Jost's bekannte Rezension bezügliche, geharnischte Brochure ist uns zu spät zugekommen, um in dem gegenwärtigen Hefte berücksichtigt zu werden. Red.

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