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Ben Chananja · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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— 20 — die Menschheit so erniedrigende Abgabe, als das Schreiben des Gerichts-Regierungs-Kommiffärs Jollivet in den vier neuen Departementen an die Geschäststräger der fränkischen Republik bei den deutschen Höfen vom Juni 1801. Folgende Bittschrift des Ausschußes der neuen Judengemeinde in Amsterdam an den Batavischen National-Konvent beweist, daß schon viel früher öffentliche Schritte dagegen gethan wurden. ' ״Die Unterzeichneten stimmgerechtigten Bürger von Amsterdam geben achtungsvoll zu erkennen, daß sie von Zeit zu Zeit mit größtem Vergnügen gesehen haben, wie Ihr, so viel.Eure Macht es zuläßt, verjährte Vorurtheile zernichtet, und wie Ihr dadurch Eurer Versammlung und dem Volke, das sie repräsentirt, unsterblichen Ruhm erworben habet. Euer löblich Dekret vom 5. August 1796׳, und vorzüglich das vom L. September des letztversioffenen Jahres, sind ehrenwerthe Beweise hievon. Durch das Letztere habt Ihr den Theil der Einwohner dieses Landes, der sonst unter den Namen: Juden bekannt war, aus einem drückenden Sklavenstande zu freien Bürgern erhoben; habt Ihr allen Unterschied zwischen Christen und Juden weggeräumt z habt Ihr die ׳großen erhabenen Worte gesprochen: ״In der Batavischen Republik erkennen wir nur Batavische Bürger." ״Die Unterzeichneten erkennen es für ihre Wicht, Euch die kränkenden Begegnungen vor Augen zu stellen, die Eure Bürger im Auslande, und besonders in Deutschland noch immer erdulden müssen. Dort macht man noch einen Unterschied zwischen jüdischen und christlichen Batavischen Bürgern, dort rechnet man sich's in diesem aufgeklärten Jahrhundert noch nicht zur Schande, den Mosaiten, bloS weil er Mosaite ist, zu drücken. In einigen Orten versagt man ihm eine Nachtherberge, in andern läßt man ihm nicht anders , als unter Begleitung einer Wache passtren; hier verwehrt man ihm die Durchreise ganz, dort schreibt man gar an Pfählen die Schandworte: ״Zoll für Juden und Schweine." Solche Behandlungen sind als wahre Feindseligkeiten gegen die Einwohner dieses Landes anzusehen, die wir in dem Lichte betrachten müssen, daß in dem jüdischen Theil derselben ein Theil der Batavischen Souv eränität mißhandelt wird. Die Menschheit entehrende Behandlungen, wie diese, sind als nachtheilig für die Handlung, und als erniedrigend für die Regierung dieses Landes anzusehen. Nachtheilig für die Handlung, denn Bürger Repräsentanten, welcher Jude von Gefühl in dieser freien Republik wird nach einem Lande reisen wollen , wo er mit Schmach und Verachtung empfangen wird? — Und gleichwol ist es wichtig für den Handel unseres Vaterlandes, daß viele jüdische Kaufleute nach den Messen zu Frankfurt und Leipzig 1c. 1c. reisen. — Erniedrigend für die Regierung — wenn Ihr es für gut fandet, oder genöthiget wäret, einen oder mehrere Abgeordnete in jene Länder zu schicken, um für das Wohl des niederländischen Volkes dort zu wachen und ihr trüget das Geschäft einem jüdischen Bürger auf, so würde selbst ein solcher Repräsentant von dem Schandzoll und den Mißhandlungen, die dort die sogenannten Juden treffen, nicht bestehet bleiben. Gehen wir weiter, und den-

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