Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 581 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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— 581 — verdienten Ruhm erlangt haben. In der vordersten Reihe derer, die sich gleich Anfangs beeilten, uns ihre thätige Theilnahme zuzuwendeu, stand der uns unvergeßliche Horschetzky, dessen Namen wir mit wehmuthvoller Dankbarkeit und Verehrung nenneu. In dem lausenden Jahre wurde uns die Genugthnung zu Theil, die Mitwirkung jüdischer Gelehrten ersten Ranges ans eine höchst erfreuliche Weise zunehmen zu sehen. Der - Eifer, der sie Alle beseelt, ist nicht an irdischen Stoffen entzündet; seine Glüth erhält nicht Nahrung von leichtverzehrtem Zunder. Nicht mit ״fremdem Feuer" erscheinen ste am Altäre der Religion und ihrer Wissenschaft : daher sie auch in ihrem Eifer nicht erkalten werden. Wir haben diesen Blättern ein selbstständiges Urtheil zu wahren gesucht, und wir werden beflissen sein, nach wie vor diese Unabhängigkeit zu behaupten. Gebildete Glaubensgenossen, deren Zahl Gottlob aller Orten sichtbar znnimmt, werden unser Streben zu würdigen verstehen, und fortfahren, demselben ihre wohlwollende- Theilnahme angedeihen zu lassen. Wir rechnen ans die Fortdauer ihrer Sympathie, von welcher uns so manche erfreuliche Kundgebung zu Theil geworden ist*). Wir hoffen mit froher Zuversicht auf den Beistand Gottes, des allmächtigen Schirmherrn jeder guten Sache. ״Unsere Hilfe ist im Namen des Ewigen, des Schöpfers des Himmels und der Erde (Ps. 124, 8)!" *) Nicht minder erfreulich war unö das aufmunternde Urtheil der Vaterländischen Presse. Das ״Pesti Naplö“ bezeichnet den Ben Chananja ״als eine interessante Lektüre für alle Freunde der Kulturgeschichte, welchem Glaubensbekenntniffe immer dieselben angehören mögen." Für dieses wohlwollende Urtheil, wie für die Erinnerung an die — leider nur zu geringen — Verdienste des Herausgebers d. Bl. zollen wir dem ״P68ti Naplö“ unfern verbindlichsten Dank. Die Redaktion des ״Pesther Lloyd" war nicht zu bewegen, eine Notiz über den B. Eh. zu bringen! Hoffentlich wird sie das in der Folge thun, sobald sie in Bezug auf jüdische Angelegenheiten die Marime.aunimmt, von Personalien zu abstrahiren, und sich an den Kern des zu besprechenden Gegenstandes zu halten. Wir selbst befolgen diese Marime in Bezug auf einen Drohbrief, der uns vor Kurzem in Folge einer in d. Bl. erschienenen Rezension zugesendet wurde. Indem wir von allen Persönlichkeiten absehen und nur die Sache in's Auge fassen, erkären wir kurz: Wen man vor dem Tadel sachkundiger Kritiker sicher stellen will, den muntre man auf, nur Lobenswerthes drucken zu lassen. Uebrigeus möge man der Autonomie der Wissenschaft den Respekt zollen, der ihr gebührt; die literarische Kritik ist ja keine Gemeindeangelegenheit!