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Ben Chananja · 1859-01-01 · 12 (1859) · p. Seite 564

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
12 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 564 (sequence 28)
Language
German
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— 564 — Gebet int Hause der Leidtragenden 53), das Kaddisch der männlichen Waisen 54), der Jahrzeit 55) und daS Gedächtniß der Seelen33). Der neuere Synagogalritus hat sich diese Gebräuche unter verschiedenen, die Wirkung auf das Gemüth anstrebenden Modistkationen angeeignet. Das Gebetbuch der jüdischen Reformgemeinde in -Berlin hat als Aequivalent für das beseitigte Kaddisch ein ״stilles Gebet" in die eigentliche Thefilla eingewebt, und die Todtenfeier des Hamburger Gebetbuches beibehalten. So hat sich die germano-fränkische Ueberlieferung in den liturgischen Formen selbst der reformirtesten Synagogen erhalten und behauptet. Inhaltlich dagegen und dogmatisch herrscht seit der Mendelssohn'schen Zeit in Katechismen, Predigten, neu verfaßten Gebeten und Synagogenliedern der Spiritualismus der Seele und ihrer Fortdauer, welcher früher nur in der spanischen Schule zum Durchbruche gekommen, den Frankogermanen aber eben so fremd geblieben ' war, als der thalmudischen Zeit. Denn, wenn die Synagogenväter auch nicht so ausdrücklich, wie der Kirchenvater Tertullian, lehrten: ״Die Seele ist nichts, wenn sie kein Körper ist (äs anima c. 7.)so wird doch aus ihren Aeußerungen viel leichter die Materialität als die sa) Der ursprüngliche thalmudische Gebrauch, Sabb. 152, <1. kam bei den Frankogcrinaueu in Vergessenheit. An dessen Stelle trat das Gebet, wovon zuerst Jsak B. Moses aus Wien (1245) spricht. (D. Mos. I. Dea 384.). s1) Die älteste Autorität, welche hicfüc angeführt wird, ist R. Jsak ans Wien; der germanische Ursprung ist mithin unzweifelhaft; s. Kolbo 114 (sä. Ven. 1547. S. 133, a.). AGA. d. R. Jsak B. Schescheth 115. Daß sich dieser auf Sifrc und Thauchuma beruft, wie cS bei R. Mos. Jfferleö I. Dea 376 heißt, ist nicht richtig; er sagt blos: אולי בספרי הרבות 18 בתנר,׳• Manche Ehasfidim wollten selbst den Töchtern das Kaddisch vindiziren (L. ha- Pan. 376.). Ueber das Simultan-Kaddisch s. Chath-Sof. O. CH. 159. Das Maftir ist dagegen außer Brauch gekommen. *ף Kolbo 1. c. nennt R. Meir B. Barnch ans Rothenburg (1276) als Autorität. Außerdem ist der germanische Ursprung schon durch den Namen außer Zweifel gesetzt. Das Nähere s. bei Bruck Phar. Volkss. S. 64 ff. Rheinw. Archäol. S. 391. Amn. 2. 56) ״ הוכרת נשמותmindestens seit dem 11. Jahrhundert" (Zunz zur Gcsch. 319, a.). Z. hat hier ohne Zweifel den Auszug aus der geheimen Rolle des R. Nissim B. Jakob (990—1046) im Sinne, welcher im Buche der Chassidäer (604—605) enthalten ist. Diese Stelle beweist aber, daß der fragliche Gebrauch zn jener Zeit noch nicht firirt war. Die Anregung zum Gebete für Verstorbene scheint im Oriente von dem Kutbe des Islams ausgcgangen zu sei», wie denn auch Jost die Sichronoth der Karäer davon ableitet (Gesch. d.

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