Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 10 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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— 476 ihrer künftigen redlichen Rabbiner die glänzendste Aussicht bietet; denn hier findet er Gelegenheit und Gemüther, mit und für Gott segensreich zu wirken. Wir sagen dem redlichen Rabbiner, denn, so wählerisch die Gemeinde auch für den Moment zu sein scheint, so ist es dennoch gewiß, daß ein neu anzustellender Rabbiner hier, bei seinem zeitgemäßen rabbinischen Wissen Gott und seiner Gemeinde gegenüber, hauptsächlich jenes Attributes bedarf, um glücklich zu machen und glücklich zu sein. Die obenberührten vom Schreiber dieser Zeilen entworfenen und abgefaßten Statuten sind bereits von der Gemeinde aceeptirt, und werden diese nächstens der h. k. k. Staithalterei- Abtheilung zur Bestätigung unterbreitet. Das Ganze wird von dem Grundgedanken: ״innige, wahrhaft jüdische Bruderliebe" getragen, die für unsere Zeit noch paffenden, den Stempel israelitischer Gemüthlichkeit tragenden uralten Gebräuche find beibehalten, neuere, vom Geiste der Zeit gebotene Einrichtungen hinzugethan,.und ist der Gottesdienst nach der Weise des Wiener Tempelkultus adoptirt worden. . In einer vor Kurzem abgehaltenen-Gemeindesitzmig hat die Gemeinde eine Widmungs-Urkunde ausgestellt und freiwillig die Pflicht übernommen, die bereits glänzend bestehende dreiklasstge Schule, damit sie um so eher das Recht der Oeffentlichkeit erlange, für alle Zukunft zu erhalten, und folglich ein etwaiges Defizit jedesmal aus Gemeindemitteln zu decken, so daß nunmehr den Lehrern eine anständige Anstellung gesichert sein wird. Unter dem für dieses heilsame Institut begeisterten Gemeinde- und Schulvorstande, dessen Präses der geistreiche Leo Holländer ist, verdient hier Hr. Leo Adler, der den Löblichen Gedanken zur Gründung der Anstalt wachrief und durch Wort und That eifrig erhält, lobend erwähnt zu werden. Einen Rabbiner, den brauchen wir! so hört man's 'allenthalben; und doch wird der Entschluß hiezu so schwer gefaßt — nicht aus Mangel an Mitteln, sondern vielmehr, weil die Gemeinde, wie das einmal , vom Feuer gebrannte Kind, nunmehr zu behutsam und bedächtig zu Werke gehen möchte, und vielleicht nicht bedenkt, daß sie sich in ihrer allzu , großen Aengfilichkeit so ein ueuorthodores Nabbinerlein, so einen nach dem neuesten Journal in's Himmelreich führenden Romantiker etwa, wie es deren, da dieses viel leichter ankömmt, als ein denkender Rabbiner zu sein, so Manche gibt, auf den Hals schafft.השם ישמרנו,אמן.׳• Der Leichen-Beerdigungsverein ה״ק hat sich vor fünf Jahren reorganisirt, und hat zwar viele antiquirte Bräuche außer Kraft gefetzt; vermag aber nicht allen, theils gewiß nur heidnischen Manieren beider טהרה und קבורה Valet zu sagen. Ja, da liegt unsere menschliche Schwäche, daß wir bei Todesfällen aus purer Pietät, die sonst ganz nüchtern wache Vernunft einschläfere. Wenn schließlich Patriotismus eine Tugend ist, die ihren Besitzer als edel kennzeichnet, so verdient die hiesige Gemeinde im Allgemeinen, da ihre Mitglieder ihre Loyalität gegen Kaiser und Vaterland zu jeder Zeit bethätigen> mit Recht dieses Prädikat. Beispielsweise soll hier die Abschrift einer vom