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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 432

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 432 (sequence 92)
Language
German
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1 — 432 — so lange die jüdisch-theologischen Studien nicht an einem wohlorganifirten Seminar beendet werden, vollkommen zufrieden sein müssen, wenn der zu berufende Rabbiner eine Reihe von Jahren eine Jeschiba oder ältere Thalmudschule ftequentirt hat. Diese Anforderung wird aber jedenfalls als vollkommen gerechtfertigt erscheinen. Schon dem Laien muß es einleuchten, wie mißlich es ist, wenn der Rabbiner in wesentlichen Disziplinen der jüdischen Theologie nur als Autodidakt gelten kann, oder seine Kenutniffe irgend einem polnischen Bachur verdankt. Eingeweihte verstehen dies natürlich viel besser. Ihnen ist es klar, daß die Antodidaktie nur auf wenigen Gebieten des menschlichen Wissens so armselig erscheint, und sich so oft Blößen gibt, wie auf dem Gebiete des Thalmud und der damit verbundenen Literatur, wo die traditionelle Kenntniß noch immer nur vermittelst der traditionellen Methode erreicht werden kann. Hiemit ist der sicherste Maßstab gegeben, nach welchem die thalmudischen Kenntnisse eines Rabbiners zu beurtheilen find. Wo die Achtung gegen die alte jüdische Wissenschaft nicht ganz erloschen ist, muß man sich erkundigen, wo und wie lange der zu wählende Rabbiner die Jeschiba besucht habe. Denn, wenn Manche glauben, die spezielle theologische Sach- und Fachkenntniß sei nur Nebensache, und in unserer Zeit entbehrlich, so irren sie wirklich gewaltig. Die Leser dieser Blätter, werden nicht in Abrede stellen, daß es selbst den Behörden gegenüber nicht ohne Werth und Bedeutung ist, jene Spezialkenntniffe zu besitzen, die sich noch Niemand ohne Jeschibabesnch eigen gemacht hat. Man fragt heutzutage bei Rabbinerwahlen häufig nach öffentlichen Studien, weil man die nichttheologischen Kenntnisse des ״Studirten" für gediegener hält; warum sollte man es unterlassen, nach der Quelle zu fragen , aus welcher der künftige Seelsorger sein theologisches Wissen geschöpft hat? — Gemeinden, die besonnen zu Werke gehen wollen, werden daher trachten, sich das eurrieulum vitas der Theologen zu verschaffen, ans deren Mitte sie sich einen Rabbiner zu wählen gedenken. Daraus werden sie sich über das Jeschibaleben der Kandidaten Auskunft und Aufschluß verschaffen. Dadurch werden sie auch allen Mißhelligkeiten Vorbeugen. Denn, gesetzt, die Wahl fällt auf einen Aspiranten, der kein Jeschibaleben Nachweisen kann, so ist doch allen weiteren Diskussionen über ״Lamdan" und ״Nicht-Lamdan" die Spitze abgebrochen. Da die thalmudische Autodidaktie des Gewählten bekannt ist, kann dessen Dilettantismus nicht mehr befremden. Die geschulten Thalmudisten in der Gemeinde werden, weit entfernt, dem nichtgeschulten Rabbiner zu opponiren oder nach seiner von einem גדול ausgestellteil התרה zu fragen, demselben mit aller Freundlichkeit entgegenkommen, indem sie es am besten wissen, wie schwer es ist, sich auch nur ein Minimum thalmudischer Kenntnisse zu erwerben, ohne eine Jeschiba vor sich gesehen zu haben. Szegedin, im August. Es hat sich in der Ferne die Nachricht, oder wie mir gemeldet wird, ״der Ruf" verbreitet, ich sei in das Reich der Ewig-

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