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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 398

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 398 (sequence 58)
Language
German
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— 398 — man darin nicht mir den Lohn der Frömmigkeit überhaupt, sondern selbst den Lohn einzelner Tugenden und frommer Uebnngen. Greise wurden daher nicht selten nach ihren lebensverlängernden Verdiensten gefragt. Die Antworten fielen nach Verschiedenheit der Lebenöansicht und Erfahrung verschieden ans. Dieselben stammen aus den ersten drei Jahrhunderten und lauten: 1. Ich suchte niemals durch Zurücksetzung Anderer mein Ansehen zn heben; das Gefühl einer erlittenen Beleidigung ging niemals mit mir zu Bette; in Geldsachen war ich stets nachsichtig; Geschenke nahm ich nicht an. 2. Ich ging niemals durch eine Synagoge um mir den Weg abzukürzen; ich schritt nicht einher über die Häupter des heiligen Volkes (durch die Reihen der aus dem Boden sitzenden Zuhörer); ich erhob (als Arouide) die Hände nicht zum Segen, ohne mich durch die vorgeschriebene Beracha vorbereitet zu haben. 3. Ich vermied es, das Angesicht eines Bösewichtes zu betrachten. . 4. Ich gerieth in meinem Hause niemals im Zorn; ich maßte mir nicht den Vortritt vor einem Vornehmen an; an unreinen Orte« dachte ich über keine religions-wissenschaftliche Fragen nach; sonst ging ich nicht vier Ellen, ohne die Phylakterien zn tragen und über die Thora nachzusinnen; im Lehrhause schlief ich nicht; ich war nicht schadenfroh, und bei seinem Spottnamen nannte ich Niemanden. 5. Im Lehrhanse erschien Niemand früher als ich; dem Priester zollte ich die gebührende Ehrerbietung, und nie genoß ich Fleisch eines Schlachtviehes, ohne zuvor die priesterlichen Abgaben davon entrichtet zu haben. fünf Gebote. Dies erkannte schon Reuchliu'S Lehrer, Obadia Ssvrno (gcst. 1850.) Ohne von dessen Auffassung Kunde zu haben, sagt Harleß: ״Das Volk sei hier als Ganzes angeredet. (Br. an d. Eses. S. 518.)" Die Beziehung auf alle vorhergehenden Gebote entdeckte H. nicht. Rationelle Bedeutung haben auch die Verheißungen: 5 M. 22, 1—7. 25, 13—15. Zu letzterer Stelle bemerkt schon Abeu Esra: ״Es ist bekannt, daß ein Reich, wo Gerechtigkeit herrscht, besteht. Die Verdrehung des Rechtes dagegen ist Zerstörung; in kurzer Zeit erschüttert sse das Gebände des öffentlichen Wohles."

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