Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 369 — Hälfte der jüdischen Bevö lkerung in der bittersten Armnth, von einem Tag zum andern hinlebten, und alle Häuser der Judengasse am 8. September des Nachts, vom Feuer verzehrt wurden. Von den Oberältesten der Jndenschaft, welche der Kommissär des schwedischen Kriegsheeres, Soldan, selbst mit Wache auf das Rathhaus gebracht hatte, erzwang man mit Drohungen und Gewaltthätigkeit, die Unterschrift, obige Summe zu bezahlen. Als aber am 13. September, der letzte Tag der eingeräumten Zahlungsfrist kam, so mußten sie die unterschriebene Summe verweigern, weil sie durch den Brand den unermeßlichen Schaden erlitten, der sie verhinderte, das auf sie ausfallende Lösegeld aufzubringen. Der heftige Stenbock'befahl alsobald, vor der Synagoge einen Galgen aufzurichten und daran einige der Oberältesten bei den Händen aufzunageln. Hierdurch wurden die Andern in solche Furcht versezt, daß sie die goldenen .und silbernen Geschmeide alter Frauen abnahmen und zusammentrugen, «m die Brandschatzung abzutragen. 13. Der alte Friedhof der Israeliten von Znaim. Im Jahr 1804 wurde von einem gewissen׳ Franz Pokorny der alte Begräbnißplatz der Juden in Znaim, am obersten Rande, der, gegen Taja zu auskrümmendeu Bergschlucht liegend, entdeckt, und viele Leichensteine aufgefunden. Allein das merkantilische Interesse des Finders überbot das archäologische und sie würden veräußert. In der Stadt sieht man hie und da die Zuglöcher von Kellern und Souterains n!jt solchen Steinen bedeckt. Viele kamen unter dem Hammer der Werklente bei Gebäulichkeiten. Ihre Form war ein längliches Viereck, oben wohl auch zugeruudet. Das Wenige, was die Wißbegierde zufälliger Beschauer des Fundortes gerettet, hat der Pfarrverweser zu Znaim, Josef Göttinger, 1829 kopirt und in Folge die Uebersetzung veröffentlicht: . I. r Zur Zeit des Laubhüttenfestes im Jahre 95 des sechsten Tausends. Die Seele des-soll kommen in's ewige Leben." II. ״Diesen Stein Hab ich ausgestellt zum Kopfe meiner Mutter, Fra« Mirjam, Tochter des Rabbi Simon; den fünften Tag-im Jahre 166. Die Seele soll kommen in's ewige Leben/' III. ״Der dritte Mann, der Rabbi Ephraim, Sohn des Rabbi Israel ist begraben worden, am Neumond des Monates Marcheswan im Jahre 167 der kleinen Jahreszahl. Die Seele soll kommen in das ewige Leben. Amen in der Ewigkeit!"