Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 354 — Zweites Ruch der jüdischen «Merlhümer des Flavius Äosefus. Von med. Dr. M. Horschehlry in Gr.-Kanischa. sFoitseßimg) *). Eilftes Kapitel. 1. Jene, welche ihre Rettung Moses zu verdanken hatten, lohnten mit Haß seine Wohlthat, und waren mehr als jemals bemüht, ihn zu verderben. Sie besorgten, stolz auf sein glücklich dnrchgeführtes Unternehmen, werde er den Egyptern nachtheilige Neuerungen einführen; deshalb riethen sie dem Könige, ihn hinrichten zu lassen. Stets brüteten sie über diesen Gedanken, theils aus Neid wegen Moses Expedition gegen Aethiopien, theils ans Furcht vor Unterdrückung. Aufgestachelt durch die Schriftgelehrten, brannte endlich der Regent selbst vor Begierde, ihn ans die Seite zu schaffen. Wie Moses diese Umtriebe gewahrte, machte er sich heimlich davon. Da alle Straßen mit Wachen besezt waren, nahm er die Flucht durch die Wüste, deren seine Feinde sich am wenigsten versahen. Mit seltener Geduld und Ergebung ertrug er den Mangel aller Nahrung. Als er nach Midhan gelangte, welches am Gestade des rothen Meeres liegt und den Namen eines der Söhne Abrahams, die er mit Chetura zeugte, führt, ruhete er um Mittag, müde und elend, bei einem Brunnen unweit der Stadt aus. Die Gewohnheit und Sitte der dort Lebenden gab Gelegenheit, durch seinen Mnth sich ausznzeichnen, und eröffnete ihm auch den. Weg zu einem bessern Geschicke. 2. Nachdem diese Gegend Wassermangel hat, bestreben sich die Hirten, die ersten bei diesem Brunnen zu sein, damit kein Anderer das Wasser ausschöpfe und ihr Vieh Durst leide. Der von den Landesbewohneru sehr geehrte Priester Raguel hatte sieben Töchter, welche die Heerden ihres Vaters nach Sitte der Troglo- *) S, 5. Heft S. 207,