Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 7 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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— 323 — meisten leiden die Habisfinier an diesen Parasiten. Der häufige Genuß des rohen Fleisches und schlechten Brodes sott schuld daran sein. An den Koffoblüten haben sie ein bewährtes Mittel gegen dies Uebel, welche gegenwärtig auch in Europa gegen den Bandwurm angewendet werden. Diese 3 Arten der Entozoen waren schon im grauen Alterthnme bekannt. 4. Trichocephalus dispar s. T. hominis s. Trichuris, der Peitschenwurm, Haarkopf, auch Trichnride, wird meistens im Dickdarme, in der Nähe der Blinddarmklappe, auch im Dünndarme gefunden. Er ist der am spätesten entdeckte Wurm. Ueber die Entstehung der Darmwürmer sind wir noch nicht im Klaren; Alles, was hierüber bekannt ist, sind Hypothesen. Mehrere Naturforscher, an deren Spitze der große Linne steht, sind der Meinung, daß die Darmwürmer nichts anderes als Erd- oder Wafferwürmer sind, die entweder schon ausgebildet oder als Keime und Eier verschluckt werden. Der berühmte Helmintholog Bremser hat diese falsche Ansicht gründlich widerlegt, und gezeigt, daß die Entstehnng der Darmwürmer nicht von Außen durch den Mund oder durch die Athmungsorgane zu Stande kömmt. Man hält sie für das Produkt einer K6n6ratio spontanen. Indessen sind die Akten über diesen wichtigen Gegenstand der Zoologie noch nicht geschloffen; er gehört zu den übrigen Geheimnissen der Natur, über welche die menschliche Vernunft bisher noch keinen stichhaltigen Aufschluß gegeben hat. Zwei große Naturforscher stehen direkt gegen einander. Harvey stellt das Ariom auf: omne vivum ex ovo. Oken sagt: nullurn vivum ex ovo, — omne vivum 6 vivo. Zur Verabreichung der Wurmmittel ist der Mittwoch längst verschollen 7 an seine Stelle ist der abnehmende Mond getreten. Der praktische Arzt giebt seine Anthelminthica, sobald sich eine Indikation dafür herausstettt, ohne an einen oder den andern Tag, oder an die Mondfasen sich zu wenden. Wenn auch Insektenlarven oder ausgebildete, zu den bereits erwähnten 4 Arten nicht gehörigen Entozoen mit den Speisen verschluckt werden, so ist der Darmkanal des Menschen nicht der Boden, auf welchem sie ihr Leben fortsetzen können, sie gehen bald wieder als corpus mortuum ab, so wie die dem Menschen innewohnenden Helminthen verenden, sobald sie seinen Nahruugskanat verlassen. Die Würmer können das Darmrohr nicht durchbohren, sie saugen sich nur zuweilen au die innere Wand desselben an, und sollen dadurch die bekannten Wurmsymptome verursachen *). Der Bandwurm wird nicht ausgebrochen, er muß immer per avum abgetrieben werden. Das An- oder Herausziehen der Würmer ist ganz gefahrlos; wie oft ziehen Kinder und Erwachsene den Spulwurm aus dem After oder dem Munde *) Nach dem gegenwärtigeu Standpunkte der Medizin giebt es gar keine eigentliche Wnrmkrankheiten.