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Ben Chananja · 1859-01-01 · 7 (1859) · p. Seite 315

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
7 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 315 (sequence 23)
Language
German
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— 315 — Könige sammt dem Knaben zum Tode verurtheilt zn werden, und somit auch die göttliche Verheißung zu vereiteln. Da entschloß er sich, die Rettung des Knabens lieber der Vorsehung Gottes zu überlassen, als einen! unsicher« Verstecke zu vertrauen. Diese Art, den Knaben heimlich zu erziehen, hielt er sowol für den Vater als auch für das Kind gefährlich. Er dachte, dem Allmächtigen stehen ja so viele Mittel zu Gebote, sein gegebenes Wort zu lösen und den Knaben zn retten. Sie faßten endlich einen Entschluß, flochten aus Papyrusschilfa) ein Körbchen in Form einer Wiege, so groß, daß ') Papyrus. Cyperus Papyrus (Lin.). Papyrus antiquorum (Wilden). Dem Schreibmateriale, welches die alten Egypter aus dieser Pflanze bereiteten, verdankt unser heutiges den Namen Papier. Die Papyruspfianze gehört zur Familie der Gräser. Sie soll ans Aethiopien nach Egypten verpflanzt worden sein, und wächst in den stehenden Kanälen des Nils, am Jordan, am Euphrat in der Gegend der Ruinen Babylons, aus Madagaskar, Syrien, Sizilien und Kalabrien, in der Gegend der Flüsse und Seen, wo das Wasser keine Elte tief ist. Sie wird über mannshoch. Die dicke zwiebelartige Wurzel enthält einen nach Zederuholz riechenden süßen Saft. Sie wurde ehemals gegessen; gegenwärtig wird der Saft nur ausgesogen. In Abessinien flicht man aus den Stengeln kleine Boote, deren Stiel aus Akazienholz ist, so dicht, daß sie ganz sicher das Wasser halten. Der Gebrauch, Papier davon zu machen, wurde erst allgemein nach der Eroberung Egyptens durch Alerander. Man schnitt den Stengel durch und zog die Haut zwischen dem Mark und der Rinde ab, schnitt sie auf einem Tisch in ein Band, legte diese Bänder mit dem Rande auf einander und andere Stücke quer darauf. Nun wurden sie gepreßt, so lange sie noch feucht waren, der Zuckersaft vertrat dabei die Stelle des Bindungsmittels. Ein Papierstreifen ist etwa 2% " breit, und dann muß der Stengel etwa 15' lang gewesen sein. Jezt wird er nicht höher als ■10-', wahrscheinlich, weit er nicht kültivirt wird. Um das Jahr 1000 scheint der Gebrauch dieses Papiers anfgehört zu haben. Die Pflanze hat das Ansehen eines Bacchantenstabes (Thyrsüs). Am Ende des Schaftes steht der Blütenknopf, von den Egyptern zur Verzierung der Tempel benüzt, der in 4 Schuppen viele dünne Stiele enthält, 1' lang und pinselartig beisammen; jeder Stiel theilt sich auf der Hälfte seiner Länge in vier andere, und der Theilungspunkt ist mit 4 Blättern umgeben. Die Blüten stehen abwechselnd an den Stielen. Der Stengel ist dreieckig, die Wurzel fast armdick, liegt quer, und stellt mit dem Stengel ein umgekehrtes x vor. Unten ist der Stengel etwa 2' hoch, mit schwertförmigen braunen Blättern umgeben. Aus der holzartigen Zwiebel wurden Gefäße verfertigt, der Stengel auch zur Feuerung benuzt. In guten egyptischen Fabriken wurde so vortreff-

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