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Ben Chananja · 1859-01-01 · 6 (1859) · p. Seite 287

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
6 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 287 (sequence 47)
Language
German
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— 287 — soll wäre richtiger gewesen -- uns aufmuntern zum unbedingten Gehorsam gegen Gott". Wie bekannt, ist diese Meinung eine Konsequenz der von Mend. in Jerusalem entwickelten Idee, daß der Mosaismns nur geoffenbarte Gesetzgebung, aber keine Glaubensdogmeu, als solche, enthalte. Im NN יסודי משה, wo der Vers, diesen Standpunkt einnimmt, finden wir diese Auffassung des 1. Wortes gerechtfertigt; allein tot אמונת אמן, wo der Vers, schon zur andern Partei sich bekennet und über die Mendelssohn'sche in harten Worten sich ausläßt, und ״dem fast utlbegreiflichen Hange unserer neuern Theologen, die Glaubensartikel aus ihren Neligionslehren zu verweisen, oder sie doch wenigstens zu vermindern", die Erscheinung zugeschrieben wird, ״daß im reifer« Altern unserer Jugend sich so häufig Gleichgültigkeit gegen Lehre und Aus- Übung der Religion einstellen; ja daß eine Religion ohne Glaubensdogmeu gar nicht denkbar sei" — da meinten wir, sei die angeführte Auffassung des 1. Wortes ganz ungerechtfertigt und inkonsequent. Der Verf. hätte doch die Folgen seines srühern, eingestandener Maßen sehr irrigen und gefährlichen Systems gänzlich vertilgen und. das 1. Wort als possitiveö Gebot auffaffen sollen, wie es im Tr. Makkoch 24, a geschieht, und welcher Ansicht unsere größten Autoritäten im Gebiete der Religionsphilosophie beitreten. Juda Halevi im Kusri, Maim. im Buche der Gebote, Nachmanides ebendaselbst (vergl. auch die in dieser Beziehung interessante Stelle in der דרשה von למבן , edirt von Jetlinek S. 14 ff.). R. Moses b. Jakob im מג"□, R. Jakob aus Korbeil tot ס״מלן, R. Ahron aus Barzelona Ln dessen Buch der Gebote, alle diese gewiegten Männer, denen nunmehr der Verf. mit seinem Votum beigetreten ist, finden im 1. Wort das Fundamental-Prinzip des Jndenthums ausgesprochen: den Glauben au einen, einzigen Gott, der Schöpfer, Erhalter und Regierer der Welt ist. Aber auch abgesehen von der Inkonsequenz, die sich der Verf. zu Schulden kommen läßt, halten wir, wie schon erwähnt, dafür, daß solche Schulstreitigkeiten — und die Mend. Ansicht wird auch in der neuern Zeit sehr stark angefochten — in einem für die Elementarklassen bestimmten Religionsbuche kein Platz gebühre. Für eben so unzweckmäßig halten Nur es, in einem solchen Religionsbuche, die in wissenschaftlicher Hinsicht wohl interessante, aber gänzlich unpraktische und unfruchtbare Ansicht dnrchzusühren, daß die ganze jüd. Pflichtenlehre in den 10 Worten enthalten sei und dieselbe in diesem Sinne auch methodisch zu behandeln, oder wie es S. 57 heißt: ״weil in diesen 10 Worten die Grundläge aller Pflichten angedentet ist". Wie eine angedeutete Grundlage etwas Gründliches ist, so unvernünftig finden wir ähnliche Künsteleien in einem Schulbuche. Zu welchen gezwungenen Verbindungen und falschen Argumentationen diese Konsequenzmacherei den Verf. verleitet, soll an einigen Beispielen gezeigt werden. An das,-4. Wort werden zuerst alle Fest-, sodann alte Fast- und Trauertage angeknüpst, und schließlich S. 41 mit der Frage geschloffen: Finden wir noch sonst Mittel zur Enthaltung körperlicher Genüsse in den Geboten unserer Religion?" So ungeschickt die Frage gestellt ist, so unrichtig

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