Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 6 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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277 — Lorrespmkienz. Griefe aus Löhmen*). m. Vitae summa brevis. Hör. Einen biedern Freund, einen wackern Begleiter auf deinen Wanderungen in jüdischen Kreisen hast du, mein geschäzter Ben-Chananja, durch den Tod verloren. — Hr. H. D. Hirsch, der edle Greis mit dem jungen, für alles Schöne und Gute begeisterten Herzen, der Greis mit der feurigen Jünglingsseele, starb am 1. April d. I. in einem Alter von 81 Jahren, nachdem er ein halbes Jahrhundert hindurch als Vorsteher die Interessen der hiesigen israelitischeu Kttltttsgemeinde unverdrossen und in edler Opferfreudigkeit vertrat. Er war seit 1849 Ehrenbürger der Stadt Horie, und seit einer Reihe von Jahren Kurator der österreichischen Versorgungsanstalt. Die Achtung Atter, die ihn kannten, die Verehrung seiner Gemeinde, die kindliche Liebe der Armen und Verwaisten, denen er ein wahrer liebender väterlicher Versorger war, waren der gerechte billige- Tribut, der seinem edlen gemeinnützigen Wirken gezollt wurde. Sein Alldenken wird im Schooße der hiesigen Gemeinde nie erlöschen. Sein wackerer Sohn, der durch Herzens- und Geistesbildung ausgezeichnete Biedermann Hr. Friedrich Hirsch, Fabrikant, wurde an seiner Stelle zum 'Vorsteher gewählt, und hoffen wir, daß er im Geiste seines unsterblichen Vaters wirken werde. — Der seit einigen Monaten vacant gewesene Nabbinatssttz zu Reichenau ist durch den ehemaligen Rabbiner zu Lugos und Gr.-Becskerek, Hrn. Fein, besezt worden.— Schließlich, gesch. Ben-Chananja, möchte ich dich noch zum Fürsprecher machen für ein edles, gottgefälliges Unternehmen, daß nur durch opferfreudiges Zusammenwirken unserer Glaubensgenossen gefördert werden kann.— und dies ist der israel. Spital- und Bethansban in Marienbad. Von alten Enden unseres großen, gemeinsamen Vaterlandes pilgern die Hülsesuchenden zu Marienbads wunderthätigen Heilquellen, ans alten Enden mögen daher auch die Liebesgaben zur Förderung dieses schönen Unternehmens Zuströmen. Der würdige Präses der Prager israel. Knltusgemeinde, Hr. Wehli, wird im Namen des Komitüs jede auch die geringste Gabe dankend entgegennehmen und bestätigen. — Und nun für heute ״lebewol"! Möchte ich dir doch bald recht Erfreuliches ans den böhmischen Gauen zu berichten haben! Doch unser jüdisches Kulturleben ist nicht so reich an rasch auf einander folgenden Erscheinungen, wie in Ungarn, dafür erscheint aber auch bei uns im Lande der Musik dennoch kein מחולת מהנים — Gottlob! Horic, im Mai 1859. Rabbiner Dr. Ehrenthetl. *) S. 1. Heft S. 33. 2. Heft S. 133.