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Ben Chananja · 1859-01-01 · 6 (1859) · p. Seite 257

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
6 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 257 (sequence 17)
Language
German
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257 — Wodurch maßt sich der Einzelne mehr ein Recht des Urtheils über den N. an, als dadurch, daß er ja von ihm lebe, sein Beitrag einen gewichtigen Ausschlag zu seiner Erhaltung gebe? Was ist für ihn demüthigender, als wenn er an dem Spendenverzeichttiß die richtigste Skala seiner bei den Leuten steigenden oder fallenden Gunst hat; wenn er den Eindruck seiner Büßpredigt je nach den reichlich oder minder reichlich fließenden Gaben bemessen kann? Was läßt seine Einkünfte auf einem weniger sichern und solidern Boden beruhen, was giebt sie einer größer!: Schwankung hin, als eben, daß ein großer Theil derselben von dem Willen und der Laune der Einzelnen seiner Gemeinde abhängt? Wir könnten hier noch so Manches hervorheben, aber wozu bei einem Gegenstände länger verweilen, dessen Schattenseiten fast Jedem in's Auge fallen! Ein praktischer Beweis für die Richtigkeit unserer Ansicht ist auch die erfreuliche Wahrnehmung, daß hie und da schon manche Gemeinden, von der bessern Einsicht durchdrungen, das gebräuchliche Speudenschicken aus ihrer Mitte weggeschafft, und durch einen ordentlichen firen Gehalt den Rabb. entschädigt haben. O, möchten doch bald Alle zu dieser Einsicht gelangen und ihrem Seelsorger eine solidere, freiere und sichere Stellung gewähren! Ihr aber, meine geehrten Herren Amtsbrüder! möget auch das Eurige zur Abschaffung dieses, so viele Unannehmlichkeiten nach sich ziehenden und täglich unwürdiger sich gestaltenden Gebrauches beitragen. Möget Jhr's mir verzeihen, wenn die Lanzette der Rüge ein wenig zu scharf in diesen Krebsschaden unseres Amtes und unserer Stellung geschnitten und manchen wunden Fleck aufgedeckt hat. Kann ja nur dann gründliche Genesung erhofft werden, wenn die schadhafte Stelle erbarmungslos angegriffen und das kranke Fleisch vom gesunden Körper schonungslos ausgeschnitten wird! Ich weiß, daß ich den meisten meiner Kollegen aus der Seele gesprochen habe; die wenigen Ausnahmen, die sich vielleicht finden sollten, welche um eine Verkürzung ihrer. Einfünfte besorgt, mit einem Nasenrümpfen und einer unwilligen Miene diesen Aufsatz lesen, verweise ich auf den Ausspruch Gottes durch seinen Profeten Ezechiel Kap. 34, und die Hand fhm-Clianania!858. VI. 17

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