Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 4 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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er blos die in seiner Zeit unter den Arabern herrschenden Glaubenssekten bekämpfen , indem dieselben auf das Judenthum einen verderblichen Einfluß ausübten. Wie wäre es sonst diesem ausgezeichneten Denker, dessen Jad sich durch so treffliche und meisterhafte systematische Darstellung auszeichnet, entgangen, daß seine Prinzipialisirung einzelner Eigenschaften Gottes sich nicht vertrage mit seiner Warnung, die göttlichen Attribute von dem göttlichen Wesen getrennt zu denken (More I, 52. 53)! Mch würde er erwogen haben, daß, wenn in jeder Eigenschaft Gottes ein Glaubensprinzip läge, folgerichtig nicht nur die Einzigkeit, Einigkeit und Allwissenheit, sondern auch die Allmacht, Altgegenwart, Heiligkeit und andere Vollkommenheiten Gottes aufgezählt werden müßten, so daß weit mehr als 13 Prinzipien zum Vorscheine kämen! Maimonides erwägt dies Altes nicht, weil er weniger einen dogmatischen, als einen apologetischen Zweck vor Augen hat. Wir thun nach meiner Ansicht viel besser, wenn wir dem R. Josef Albo folgen, welcher nur drei Glaubens- Prinzipien annimmt, in denen alte Glaubenswahrheiten enthalten sind. Die drei Prinzipien müssen folgendermaßen formulirt werden : 1. Gott ist; 2. Gott belohnt das Gute und bestraft das Böse nach dem Tode des Menschen; 3. Gott hat das Gesetz geoffenbart. Solchergestalt werden alle drei Prinzipien auf Gott zurückgeführt. Die Unsterblichkeit der Seele muß als Voraussetzung der Lehre von der Vergeltung nach dem Tode betrachtet und als solche behandelt werden. An die Vergeltungslehre schließt sich die Lehre von der Wiederbelebung der Lodien (תהית המתים). Nur muß hervorgehoben werden, daß Lohn Und Strafe der Seele ein natürliches Ereigniß, die Wiedererstehung des Leibes dagegen als ein Wunder zu betrachten fei. Die Darstellung der dritten Grundlehre sollte von der Erklärung des Begriffes, der Nothwendigkeit und des Zweckes der Offenbarung ausgehen, um dann die Mittel zu zeigen, welche Gott zur Erreichung dieses Zweckes gewählt hat. Die Mittel sind : die Erwählung Israels und das mit Israel geschloffene göttliche Bündniß, um dadurch die Erkenntniß und Verehrung Gottes über die ganze Erde zu verbreiten. Hieran knüpft sich die Lehre von Israels ewiger Fortdauer, von dessen Wiederversammlnng nach der Zerstreuung und von der Herrschaft des Messias über Israel. Altes dies gehört deshalb zur Vergeltungslehre, weil die Erfüllung der bezüglichen göttlichen Verheißungen eine Belohnung der Treue und Beharrlichkeit ist, mit welcher Israel an dem göttlichen Bunde hält. Ferner dürfte man nicht unterlassen, auf den Unterschied zwischen Eingebung (נבואה) und Offenbarung (תורה מן השמים) aufmerksam zu machen. Leztere ist jene übernatürliche Wirkung, durch welche Gott seinen heiligen Willen in Wort und Schrift bekannt gemacht hat. Die Bekanntmachung geschah entweder unmittelbar wie bei den Zehngeboten, oder mittelbar , indem Gottes Wille durch einen von ihm gesendeten Profeten kundgethan wurde. Die ELemente der mittelbaren Offenbarung sind die Eingebung und die Sendung - .(שליהות)