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Ben Chananja · 1859-01-01 · 3 (1859) · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 133 (sequence 37)
Language
German
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— 183 Lorresjwnüenz. Griefe avs Göhwen*). 11. So hast du denn, ehrwürdiger Ben-Chananja! deine Erdenwandernngen, zu denen die heilen Lichtstrahlen eines jüdischen Kulturmorgens dich geweckt, bis in's böhmische Riesengebirge hinauf ausgedehnt, und auch dort in die in Weilern und Städtchen zerstreuten jüdischen Häuser einen Blick geworfen. Was dort um dich her knarrt und raffelt, und zischt und braust, das find die durch jüdischen Gewerbsfleiß ins Werk gesezten industriellen Unternehmungen, die Tausenden von armen nichtjüdischen Brüdern Brod verschaffen. Du freust dich des jüdischen Fleißes, der wol die glänzendeste Widerlegung aller hämischen sich hie und da noch immer wiederholenden boshaften Angriffe auf unsere Glaubensbrüder ist, und wenn du als Repräsentant jüdischen Geistes und jüdischer Gewerbthätigkeit wieder in die gesegneten Theißgegenden, wo dein Amboß steht, znrückgekehrt bist, sage doch der schreibseligen Frau Irma v. Bernitzky, daß sie in ihrer Beschreibung der Theißpußten in einer der jüngsten Nummern der ״Gartenlaube" deinen Glanbensbrüdern, die dort zur Bodenkultivirung so manches schöne Schärflein beigetragen, gewaltig Unrecht Lhut, indem sie dieselben in ein so gehässiges Licht stellt. Wahrheit und Unparteilichkeit vor Altem! Doch zurück nach Böhmen! Du hast hier noch Wege zu machen, hast noch jüdische Gemeinden zu besuchen, bei jüdischen Familien einzukehren, und zwar auch an solchen Plätzen, wo sonst keiner von uns seinen Heerd ansschlagen durfte. Wie wirst du staunen, wenn du nach Bndweis kömmst und dort Synagoge, Schule, und durch Predigt gehobenen Gottesdienst findest, wie wird in Pribram, Kaltenberg und dem vielbesprochenen Saaz ein warmer jüdischer Händedruck dich erfreuen, wie angenehm und erhebend wird in Czaslau am Freitag Abend ein von den dort studirenden jüdischen Jünglingen ausgeführter Chorgesang dich begrüßen. Ja, das Judenthum ist lebenskräftig und wohin auch nur eine Wurzelfaser dieser uralten Eiche sich erstreckt, dort treibt sie neue Schößlinge und entfaltet bald wieder ein neues Blüthenleben. Wenn ich dir nun noch berichte, daß vor einigen Monaten der durch seine wahrhaft fromme jüdische Gesinnung bekannte Herr I. Schütz in Nachod ein Kapital von 2000 fl. C. M. zu Thalmud-Thora-Zwecken gewidmet, und daß hier in dem durch Wohlthätigkeits- und Schönheitssinn bekannten Horie so eben ein Kapital von 1000 fl. C. M. flüssig gemacht, dessen Zinsen der leider zu früh verstorbene, hier geborne Wiener Großhändler, Hr. Israel Mauthner, zur Hälfte den jüdischen, zur Hälfte den christlichen Ortsarmen testirte, so habe ich für I S. 1. Heft S. 33.

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