Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 2 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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— 95 — schulen etwas zu hoch), und waren dieselben in einem Religionsbuche für,die obern Klassen, sich an die biblische Geschichte anlehnend, recht an ihrem ״Platze; aber in einem Lesebuche 32 Seiten damit ausfülten, scheint mir doch ein wenig zu unpraktisch. Der zweite Abschnitt bringt uns Erzählungen aus der jüd. Geschichte. Interessante Fakta in entsprechender Darstellnngsweise aus guten Geschichtswerken, so wie Biografien berühmter, um die Menschheit verdienter Männer, bieten einen sehr geeigneten Stoff für ein Lesebuch, und einzelne Stücke aus Josefus und Philo, so wie ans Jost's und Grätz's trefflichen Werken find in einem jüd. Lesebuche gewiß am rechten Orte. Ob aber Ln den hier ausgenommenen überall diesen Bedingungen entsprochen wird, ist sehr in Frage zu stellen. Mehrere derselben, wie ״fromme Standhaftigkeit unserer Väter" Seite 34 nnd ״altjüdische Sekten" S. 39 u. 83, setzen von dem Schüler zu viel voraus, einige, namentlich das 5. ״Herodes" S. 48 in poetischer Form, scheinen ganz ungeeignet. Warum der Hr. V. die Biografien, von welchen ״Moses Mendelssohn", von vr. Stern, einer -esondern Beachtung verdient, nicht auch in den Abschnitt für Geschichte ausgenommen, darüber wollen wir nicht mit ihm rechten; es ist dies Geschmackssache. Der dritte Abschnitt bietet ״Belehrendes". (Sind Betrachtungen aus dem Leben der Patriarchen und Geschichtsbilder nicht auch belehrend?) Das erste Stück bringt uns: ״Die griechische Bibelübersetzung, genannt: Septuaginta oder die alerandrinische Version". Auch hier stoßen wir ans Sätze, die für einen Schüler ״der obern Klaffen der Elementar- oder Bürgerschule" schwer zu verdauen find. Was mit den vielen Namen Stück 4 und kurzen trockenen Lebensbeschreibungen in einem Lesebuche zu thnn, ist ein Räthsel, welches kaum ein denkender Lehrer lösen wird. Abschnitt 4: ״Heilige Zeiten", poetisch dargestellt von verschiedenen, in der jüd. Literatur rühmlichst bekannten Verfassern, Abschnitt 5: ״Sprüchwörter und Gnomen aus dem Thalmud", und Abschnitt 6: ״Interessante Erzählungen aus Thalmud und Midrasch", dürsten wol den vorzüglichsten Theil des Lesebnches ausmachen; nur würden wir Seite 192 der Erzählung ״Trennung und Wiedersehen" einen etwas beschränktern Umfang und eine etwas weniger romantische Färbung wünschen. Der siebente Abschnitt: ״Parabeln, Legenden und Sagen, Mährchen und Fabeln", und der achte Abschnitt: ״Lyrische und epische Gedichte, poetische Erzählungen", enthalten Stücke, die mehr oder weniger für ein Lesebuch der ״obern Klassen der Elementar- und Bürgerschulen" sich eignen. Des neunten Abschnittes, ״Biografien", habe ich bereits bei der Besprechnng des zweiten Abschnittes Erwähnung gethan. Die Sammlung ״Rimonim" enthält also des Schönen und Guten mancherlei, nnd kann gebildeten israel. Frauen eine belehrende und angenehme