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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 44

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Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 44 (sequence 44)
Language
German
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— 44 Geschichte der Kunst S. 113). Führen uns demnach Hrn. Sauley's biblischarchäologischen Untersuchungen zu keinem Wahren, das neu wäre, so gelangen wir bei seinen Erörterungen über monumentale Ruinen zu neuen Behauptungen, die uns gar sehr des Prüfsteins der Wahrheit bedürftig erscheinen müssen. So kommt S. am Ende einer weitläufigen Dissertation über die erhaltene Westmauer des salomonischen Tempels zum Schluß, daß hier die ersten Rund- Wölbungen eiugeführt wurden, deren Kenntniß den Aegyptern abging. Stieglitz bemerkt dagegen in seiner Geschichte der Baukunst (S. 76), daß den Aegyptern die Grundidee des Gewölbes — die Last durch Druck und Spannung zu tragen — nicht fremd war, und Saalschüß fügt hinzu, daß ein palästinenstsches Volk durch den Anblick so vieler Höhlen, und in den Gebirgen durch Sturzbäche unterminirter schwebender Felsstücke auf die Idee des Gewölbes kommen mußte. Während die Archäologen darüber einig find, daß das Grab Absalon's seinen Namen in ganz uneigentlicher Weise trägt, behauptet Sauley das Gegentheil. Es ist aber wieder nur der von den Andern wenigstens eben so gut gekannte Josefus, auf welchen er sich hiebei stüzt, und da er die näheren vorgebrachten Gründe nicht kennt, so kann auch keine Rede davon sein, daß er sie gründlich widerlege. Der Beobachtung am nächsten liegt wol die Erörterung über die Königsgräber, welche der Verfasser mit Abour el Molouk bezeichnet. Sie wird schon dadurch interessanter, daß ihr, außer den an Ort und Stelle unternommenen Untersuchungen, ein von dem Verfasser mitgebrachtes und im Louvre zu Paris ausgestelltes Fragment eines Sarkophagdeckels zum Anhalte dient. Die Gelehrten haben somit Gelegenheit, die Behauptungen S.'s an dem in der Weltstadt aufliegenden Fragment zu prüfen. Sauley fand dasselbe unbeachtet und verwahrlost in einer Kammer des gedachten Grabgewölbes am Boden liegen. Nach seiner zur festen Annahme erhobenen Hypothese hat der in Rede stehende Sarkophag die irdischen Ueberreste keines Geringern als des Königs David selbst enthalten. Sauley bemüht sich darzulegen, daß die Königsgräber weder die der Hasmonäer, noch die der herodeischen Könige, noch (was aber Clarke, Jahn und Ritter als bestimmt annehmen) das Grabmal Helenen's, der Königin von Adiabene, sein können. Nach Sauley's Meinung ginge hieraus unfehlbar hervor, daß die Königsgräber die wirklichen Gräber der alten Könige von Juda sein müßten. Hier aber ist es nicht Josefus allein, der ihm zum Anhaltspunkt dient, vielmehr wird er in seiner Ansicht dadurch bekräftigt, daß er eine große Uebereinstimmung der Ornamentik mit einem phönieischen, gleichfalls im Louvre von ihm ausgestellten Sarkophag in den angebrachten Blättern, Blumen und Früchten findet, und damit auf eine gleiche Entstehungszeit schließt. Weiterhin werden auch die sogenannten Gräber der Richter und der Profeten besprochen, welche, so wie noch viele andere Gräber, in ihrer inneren Ausschmückung eine merkwürdige Uebereinstimmung mit alt-etruskischen Gräbern darlegen sollen. Namentlich wäre dies der Falt bei Vergleichung der etruskischeu Gräber, welche das ganze Thal von Castel d'Affo bei Civita vechia ein- ,nehmen, mit den Gräbern des Thales von Hinnom. In den Trümmern auf dem Berge Garizim folgt S. wieder seinem Josefus, indem er sie als Ruinen des alten samaritanischen Tempels erklärt, während der gelehrte Robinson die Trümmer einer zur Zeit Justiuian's im I. 529 der gegenwärtigen Zeitrechnung erbauten Veste heraussindet.

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