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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 43

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Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 43 (sequence 43)
Language
German
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— 43 — Lilerärische Anzeigen. 8ist0ire de TArt Judäique par F. de Sauley, membre de TAcadömie des inscriptions et belles lettres, Paris 1858. Der Verfasser erzählt uns in seiner Einleitung, wie er früher auf Treu und Glauben angenommen, daß es keine eigenthümliche jüdische Kunst (?) gebe, und wie ein tieferes Eingehen in die biblische und profane Geschichte, so wie in die erhaltenen Ruinen in Judäa ihn belehrt hätten: nicht nur sei jene Annähme falsch, sondern die jüdische Nation habe es in den Künsten auf eine sehr hohe Stufe gebracht. So dankenswerth nun auch eine solche Entdeckung von allgemein menschlichem, wie von specistsch jüdischem Interesse erscheinen mag, so hat uns doch die Prätension, womit sie anftritt, gegen ihre Berechtigung mißiranisch gemacht. Gleich bei den ersten Seiten überkam uns die Besorgniß, es dürfte von dem uns vorgesührten Wahren vieles nicht neu, von dem vorgesührten Neuen aber vieles nicht wahr sein. Wir müssen. leider fürchten, uns hierin nicht allzusehr getäuscht zu haben. Bei weitem der größte Theil des 420 splendid gedruckte Seiten zählenden Buches ist mit Uebersetznngen aus der Bibel und den Antiquitäten des Josefus angefültt. Fast will es uns bedünken, der Verfasser habe sich aus beiden Werken ein Schurzfell zusammengeflickt, das seine literärische Blöße bedecken sollte. Sehr einfach erscheint ein solcher Apparat allerdings, um damit in die Tiefen der Archäologie zu tauchen und köstliche Perlen an's Tageslicht fördern zu wollen. Ob er dennoch ausgereicht hat, wollen wir sehen. In den weitläufigen Dednctionen, die der Bibel, Buch für Buch entnommen werden, konnten wir nichts finden, was nicht das gewöhnlichste Eompendium enthielte. Die klassischen biblisch-archäologischen und kunstgeschichtlichen Hülfswerke eines Jahn, Hirt, Winkelmann u. A. scheinen dem Verfasser eben so fremd geblieben zu sein, als die Sprache, worin diese Werke geschrieben sind. Wie sollten wir ihm erst zumuthen, ein neueres, sehr schätzbares Buch, Saalschütz's Archäologie der Hebräer, zu kennen? An dem Reichthum von Quellenstudium, das hier aufgestapelt liegt, dürfte man so recht den Unterschied zwischen dem deutschen Gelehrten und dem französischen Schriftsteller wahrnehmen. Kannte aber Sauley dieses Buch, so wäre er wol etwas bescheidener mit seiner vermeintlichen Entdeckung hervorgetreten. Ohne die geringste columbifche Prätension sagt nämlich Saalschütz in seiner Einleitung zur Architektur der Hebräer: ״Obschon der höhern Baukunst bei den Hebräern die eigentliche Basis einer religiösen Begünstigung fehlte, welche bei den andern alten Völkern die Prachtbauten unzähliger Tempel erstehen ließ, so nehmen doch Kenner des Gegenstandes keinen Anstand, dem Volke in dieser Beziehung einen bedeutenden Rang unter den Nationen des Alterthums einzuräumen". (Siehe Hirt, Geschichte der Baukunst I. 129 u. 130; Hirt, der Tempel Salomon's S. 6; Winkelmann,

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