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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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— 41 zählenden Gemeinde nimmt, je dankbarer alle Einsichtigen das gemeinnützige Wirken unseres Rabb. Roth und unseres Vorstehers vr. Schulhof anerkennen: desto betrübender ist es, daß ein reiches Mitglied unserer Gemeinde zu der Erhaltung der Schule durchaus nichts beitragen will. Ferner verdient es eine öffentliche Rüge, daß der in Rede stehende Reiche der hiesigen armen Gemeinde den Besitz des Betlokales, welches die verstorbenen Schwiegereltern desselben als fromme Stiftung hinterlaffen, streitig zu machen sucht. Ueber den Ausgang dieser Angelegenheit, so wie über die jüd. Zustände im Baranyer, Tolnaer und Somogyer Komitate werde ich Ihnen ausführlich berichten. Leopold Ucichcls. Unghväv, Mitte Dezember. Dte hiesige Stadt gehört zu den gebildetesten Städten Ungarns. Daher herrscht auch hier zwischen Christen und Juden ein auf gegenseitiger Achtung ruhendes gutes Einvernehmen. Das Bild hat aber auch seine Schattenseite. An Rittern des Dunkels und der Verfinsterung ist in unserer Mitte durchaus kein Mangel. Der Anführer der frommen Schaar ist ein Jünger der Wissenschaft, welcher derselben untreu wurde, eine Art philosophischer Eule, welche die Nacht liebt. Er ist nicht ohne Verdienst um die jüdische Sache im Allgemeinen; sein Einfluß ist aber verderblich im Einzelnen. Die Stellung eines Feldpredigers nimmt der Sohn und Nachfolger des sel. Rabbinen: eine harmlose Natur, die den Haß entwaffnet und Mitleid erregt, ein. Eine Schule für. dir Jugend besitzen wir nicht. ״Die Gemeinde ist arm!" Sie ist aber reich genug, um dreißig Tausend Gulden B. V. auf die Erbauung eines Miquah-Kanals zu verwenden. Der Jugenduuterricht liegt im Argen. Die Kinder der Progressisten erfahren von Hellas und Rom mehr als von Moses und dem Judenthume. Die Salonbildüng wird allen Eifers angestrebt, die religiöse Bildung auf eine sträfliche Weise vernachläfiget. Die Gegenpartei stellt ihre Kinder unter die Hut eines Winkelmelammed, und mehr als ein Schaf geht an der Drehkrankheit des Pilpuls zn Grunde. So stehen die Sachen heute. Morgen — doch ich will nicht vorschnell sein. Hirschsohn. Kövrnend, im Dezember. Dem Zerwürfnisse, in welchem die hiesige Gemeinde mit ihrem wackern Rabbinen lebte, ist Gottlob ein Ende gemacht. Die Zeit des Schmollens und Grollens ist vorüber; der holde Friede ist bei uns eingekehrt. Gleich bei seiner Ankunft brachte der Friedensengel dem Rabbinen eine beträchtliche Gehaltszulage als Angebinde. Unser Gottesdienst hat durch den braven Vorsänger Rosen bäum viel Anziehungskraft gewonnen. Für unsere Schule sucht der Vorstand Unterstützung in Wien. Z. Cohn. Aus dev Bakanh. Lieber Josua! Du hast nun seit einem Jahre deine Werkstätte in Szegedin errichtet und schmiedest da das Eisen so lange es heiß, so daß deine Feuerfunken weitaus glänzen, sprühen und leuchten. Ich, der alte Eiferer — das Privilegium meiner Unsterblichkeit als Haustrschein in der Tasche — wandere noch immer durch alle Lande, wo sich Juden wohnlich niedergelaffen haben, und finde überall Ursachen genug zum Lobe und zum Tadel.

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