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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 37 (sequence 37)
Language
German
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37 — Stanislarr, int Dezember. Der Spruch הכל תלוי 2^ל findet sich tut Sohar Abschn. Naßd. Wenn es nun auch nicht üblich ist, Stellen aus dem Sohar als Worte unserer Weisen (הדל) zu zitiren, so kann doch auch nicht behauptet werden, der Spruch sei keinem ״alten Buche" entnommen. Dies zur Berichtigung Ihres Urtheils im B.-Ch. I. Iahrg. S. 575. S. Frankel. Belgrad, 15. Dezember. Zwei Monate sind verflossen, seitdem Sie die hiesige Gemeinde um einen Lehrer angegangen, und noch immer ist unsere Thalmud-Thora-Austalt ohne Leiter. Ist die Aufforderung in dem theuern Ben- Chananja ganz ohne Erfolg geblieben? Oder ist die Zahl der disponibeln Schulmänner in Oesterreich so gering *)? Nun habe ich noch eine Bitte an Sie, Verehrtester Herr Redakteur, der Sie sich nicht scheuen, dem Vorurtheile entgegeuzutreten, wenn sich dasselbe auf ein noch so hohes Alter beruft. Folgendes ist der Gegenstand, den meine Bitte betrifft. Vor acht Tagen starb hier plötzlich ein Mann von 28 Jahren. Er hatte des Morgens das Bett verlassen, mußte sich aber wieder niederlegen. Um zwei Uhr Nachmittags hieß es, er wäre gestorben, und würde noch an demselben Tage zu Grabe bestattet werden. Als ich dies durch die Ausrufer erfuhr, hatten ihn die Chewra-Mitglieder bereits abgehoben, und ihm nach hiesigem Gebrauche den Mund verstopft. Umsonst bemühte ich mich, die Vorsteher der Chewra von ihrem Vorhaben abzubringen. Meine Vorstellungen erschienen denselben so irreligiös, als ob ich dadurch die Wahrheit der Thora in Abrede stellen würde. Da ich mich indeß nicht leicht abweisen ließ, eröffueten sie mir ihr Geheimniß, nach welchem die erfolgte Pollution als ein sicheres Zeichen des Todes zu betrachten sei. Ich suchte nun unfern Freund, den mecl. Dr. Landau auf; war aber nicht so glücklich, ihn zu finden. Später erfuhr ich, daß es diesem unserm Freunde in Folge seiner nachdrücklichen Drohungen gelang, einen Verschub des Begräbnisses bis zum nächsten Morgen durchzusetzen. Ein abermaliger Verschub von 24 Stunden, welchen er dringend forderte, war nicht zu erwirken. Aehnliche Fälle kommen allerdings auch bei den Muhamedanern vor, welche sich ebenfalls beeilen, das Begräbniß dem Tode folgen zu lassen. In Widdin ließ sich vor Kurzem eine klagende Stimme aus einem frischen Grabe vernehmen; der Mufti erklärte aber die klagenden Töne für Dämonswerk, und verbot, das Grab zu öffnen. Andere erkannten jedoch die Stimme des vermeintlich Gestorbenen, und öffneten das Grab. Was fanden sie? der Begrabene Lag in seinem Blute und in seinen zerrissenen Leich enkleiderm Und meinen Sie, *) Wir wiederholen, daß wir ermächtiget sind, der Israel. Gemeinde zu Belgrad Ln Serbien einen Lehrer zum Schuldirektor vorzuschlagen. Schulmänner, welche auf diese Anstellung reflektiren, wollen sich in portofreien Briefen an uns wenden. Ked.

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