Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2542917-2543094-2543096--0640-2544324
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 25 Obgleich die hohe Regierung solche Mittheilungen in jeder Weise begünstiget und darin richtige Mittel zur Hebung des Schulwesens steht, so kann doch nicht nachdrücklich genug auf den hohen Werth solcher Notizen aufmerksam gemacht und nicht oft genug deren zahlreiche Veröffentlichung empfohlen werden. Der Umstand ferner, daß von vielen jüd. Schulen Ungarns noch keine Nachrichten in die Oeffentlichkeit geflossen find, ermuntert mich zu folgenden Mittheilungen, die einen Theil dieses Kronlandes betreffen, der bis jezt durch mancherlei Ungunst der Umstände, vor Altem aber durch die Jsolirtheit seiner Lage, stch den Blicken der pädagogischen Welt entzogen hat. Ich hege Hoffnung, daß Sie, hochgeehrter Herr Redakteur, diesem schlichten Berichte einen Raum in Ihrer geschähen Monatschrist anweisen werden, welche stch bereits mit so vielem Erfolge die schöne Ausgabe gestellt hat, das Schulwesen in Ungarn zu heben und zur Blüthe zu bringen. Der kostbare Raum gestattet uns vorerst nur solche Notizen in aphoristischer Kürze und Gedrungenheit zu geben. 1. Unghvär hat eine zahlreiche jüdische Gemeinde, die fich eines blühenden Wohlstandes erfreut. Es fehlt nicht an Intelligenz und Sinn für schöne Form, aber jüdisches Wissen und Pietät für die Kenntniß der heil. Lehre scheinen gänzlich gesunken, und was schlimmer, es gehört zum guten Tone, die großen Forderungen des Judenthums zu ignoriren. Der Jugendunterricht ist auf keiner sehr glänzenden Stufe; viele Kinver besuchen nur nichtjüdische Anstalten. 2. Tokay. Hier ist ein schöner Aufschwung nicht zu verkennen, und das, was bis jezt geschehen, berechtigt zu den besten Hoffnungen für die Zukunft. Im Jahre 1856 ward eine 2-klasfige Schule in's Leben geruftn, die fich eines guten Gedeihens erfreut. Es steht zu erwarten, daß die Gemeinde der Stimme des Bedürfnisses Rechnung tragen und noch weitere Opfer bringen werde, um diese Anstalt nach den Anforderungen der nicht unbeträchtlichen Gemeinde zu erweitern. Bis jezt hat diese Anstalt in dem ersten Lehrer, Hru. Wilh. Weiß, einen sehr wackern Schulmann erworben. 3. H o m o n a u. Die Gemeinde ist bedeutend, und obgleich fie im Ganzen keinen besondern Fortschritt in ihrer Mitte bekundet, so fehlt es doch nicht an Anhängern und Förderern eines bessern Strebens, an warmen Freunden der Jugenderziehung und eines wissenschaftlichen Geistes in Lehre und Leben. Eine 3-klasfige Schule ward 1856 gegründet, an welcher Hr. I. N. Rosenmayer als Oberlehrer unter Anerkennung der Gemeinde sehr ersprießlich wirkt. Als Direktor steht Hr. Di־. Samuel Unger an der Spitze der jungen Gründung; ein viel-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.