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Ben Chananja · 1858-01-01 · 12 (1858) · p. Seite 572

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 572 (sequence 40)
Language
German
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— 572 — Padua am l. Juli 1854. Das geschriebene Wort war Gegenstand seiner Rede zur Eröffnung des Schuljahres, 15. November 1856. Vom simbolischen Worte redete er in der erwähnten Synagoge am 13. Juni 1857. Der erste und dritte Vortrag wurde bei Gelegenheit rabbinischer ״Ordination" gehalten. Sämmtliche drei Vorträge sind mithin Schulreden, nicht eigentliche Predigten, weshalb denselben auch kein bestimmter Tert zu Grunde liegt. Nichtsdestoweniger wird das Schristwort fleißig benüzt, und der geehrte Redner be-. währt auch in diesen Vorträgen seinen gesunden eregetischen Takt. Von einem Jagen nach spitzfindigen Deuteleien, die den Zuhörer wol angenehm überraschen, aber weder belehren noch erbauen, zeigt sich in den vorliegenden Reden nicht die geringste Spur. An einer Stelle erlaubt er fich eine Abweichung von der mafforetischen Punktation und Aceentation. Die schwierigen Worte: המשא יהיה לאיש דברו Jer. 23, 36. übersezt er: ״Soll denn das Wort Gottes dem, der es verkündet eine Last sein?" ״Das gesprochene Wort durchdringt alte Fibern des Herzens; das geschriebene weckt den Geist und triumfirt über die Vernunft; das fimbolische trifft die Sinne und ist ein wirksames Mittel der Erziehung und des Unterrichtes (S. 71)". In diesen Worten liegt der Eintheilungsgrund der in Rede stehenden Trilogie. Allein selbst zugegeben, die angeführten Sätze würden im Allgemeinen nicht bestritten werden, so dürfte sich doch nach unserm unmaßgeblichen Dafürhalten die Anwendung, welche der verehrte Redner davon macht, schwerlich eines allgemeinen Beifalls erfreuen. Denn das geschriebene Wort Jsrael's, das Bibelwort, wendet sich nicht nur an den Geist, sondern ganz vorzüglich auch an das Gefühl und an den Willen. Wenn man die Religionsgebrauche mit dem Vers, ein symbolisches Wort nennen will, so wäre richtiger zu sagen: Das geschriebene Wort Jsrael's, die biblische Lehre, wird eingeschärst, fortgepflanzt- und erhalten durch das mündliche Wort, die lebendige Belehrung, und das symbolische Wort oder die anregende Uebung der religiösen Ceremonie. Die der Trilogie vorausgeschickte Rede schließt der um die Angelegenheiten der italienischen Juden hochverdiente Redner mit dem frommen Wunsche, daß zur Verbreitung jüdischer Schriftwerke und jüdischer Kenntnisse mehr geschehen möge als bisher geschah. Er rühmt bei dieser Gelegenheit den Rabb. in Livorno, Elias Benamosegh, welcher gebildeten jüdischen Jünglingen Vorlesungen über die Geschichte der jüdischen Theologie hält, und dieselbe im ״Educatore israelitica" veröffentlicht. Die 5. Rede hat die Ueberschrist: Die Wissenschaft des Judenthums.. ״Die Bibel und der Thalmud", heißt es hier S. 93, ״mit der laugen Reihe von Werken, welche ihnen ihre Entstehung verdanken, und zu welchen alle Gebiete der Erkeuntniß Beiträge lieferten, dies ist die ausgedehnte Wissenschaft des Judenthums". Diese Wissenschaft ist von so großer Wichtigkeit, ״daß die Eristenz des Jndenthums nur dann bedroht wäre, wenn dasselbe seine Wissenschaft schwinden sehen würde (S. 93)". ״Das Judenthum", so schließt dieser Vortrag, ״entwickelte und erhielt sich durch seine innere Kraft,

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