Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 563 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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— 563 — 22. Aegyptische Sitte. Sonderbar klingt der Ausspruch des Midrasch Schemoth rabba 1: שימ ל<^שימ^ raubte שהיו מחליפין• Die Aegygter hatten den Männern Frauenarbeiten, und den Frauen Männerarbeiten übertragen, um die Israeliten um so empfindlicher zu quälen. Dieser Ausspruch erklärt sich aus dem Berichte des Herodot von den sonderbaren Gewohnheiten der Aegypter. ״Die Frauen", be-- richtet Herodot, ״verrichten die Geschäfte auf dem Markte, kaufen und verkaufen, während die Männer zu Hause spinnen". Eben so sagt Sophokles im Oedipus auf Kolonos 335: ״Dort in Aegypten fitzen die Männer webend zu Hause, während die Frauen die Lebensnahrung von außen besorgen". Bei dieser herrschenden Meinung von den Aegyptern und ihren Sitten durste der Midraschlehrer mit Recht behaupten, daß den Jsraeliteit die Arbeit bei den verkehrten Aegyptern um so saurer werden mußte, als es daselbst Brauch war, die Männerärbeiten von Frauen, die Frauenarbeiten hingegen von Männern verrichten zu laffen. Stößel. Arnold Ntaker. Line biografische Skizze von Ägnatz Medmann. Arnold Klaber erblickte das Licht der Welt im Jahre 1789 zu Prag. Er war der Sohn armer Eltern; der Vater war ihm frühzeitig durch den Tod entrissen worden. Seinen ersten Unterricht, welcher sich auf's Hebräische beschränkte, erhielt er in dem Beth-hamidrasch (Armenkinderschule) seiner Geburtsstadt. Kaum hatte er hierin die nöthige Fertigkeit erlangt, wurde er zur Bibel und zum Thalmud angehalten. Von jeder andern Kenutniß war, wie es sich zu jener Zeit von selbst versteht, keine Rede. Trotz dieser für die naturgemäße Geistesentwickelung K.'s gewiß nicht günstigen Verhältnisse zeigte sich bei dem überdies noch schwächlichen Knaben bald ein unersättlicher Durst nach Wissen. Von wem er deutsch lesen und schreiben erlernt, ist nicht bekannt; aber so viel