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Ben Chananja · 1858-01-01 · 11 (1858) · p. Seite 530

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
11 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 530 (sequence 50)
Language
German
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— 530 — die hies. ist. Kultusgemeiude den dritten Akt ihrer wohltätigen Wirksamkeit im Jahre 1858. Ein Gotteshaus für Erwachsene und Mündige, ein Pflege- und Erziehungshaus für Unmündige, ein Bildungshaus für Unglückliche, denen die Natur die gewöhnlichen Zugänge zur Ausnehmung der Bildungselemente verschlossen hat, — dies sind die heurigen Schöpfungen unserer Gemeinde: Drei Werke in der That, würdig der besten und edelsten unserer Ahnen. Wissen wir doch von unserem erhabenen Stammvater Abraham nichts Schöneres zu ruhmen, als: Er baute Altäre, nahm sich väterlich der Unmündigen an, und führte, wie das Schwert, so anch das Wort für jene, die sich nicht selbst vertreten konnten. In welch hohem Grade die Einweihung durch die Kraft der Rede (Mannheimer) und des Gesanges (Sulzer und die beiden Chöre) verherrlicht wurde, brauche ich wol nicht zu erwähnen. Eben so wenig bedürfen meines Lobes die Edlen, deren Auge sich an dem vollendeten Werke als an ihrem Werke weidete. Ihre Namen werden in jedem Winkel unseres Vaterlandes zum Segen genannt; selbst Stumme verkünden ihren Ruhm! Wenn ich Kollisch nnd Kanitz besonders nenne, so soll dadurch das Verdienst der anderen Freunde des Institutes nicht im geringsten geschmälert werden. Die ausführliche Geschichte der Anstalt wird sie Alle dankbar nennen. Ich erlaube mir nur noch die Bemerkung, daß die Tischlerarbeit des Institutes von dem hies. jüdischen Tischlermeister Schenk, die Schlofferarbeit von dem hies. jüd. Schlosser- Meister Bauer geliefert wurde. Lezterer lieferte auch die Schlofferarbeit zur Leopoldstädter Synagoge. Sie können hieraus entnehmen, was es mit den ״Enthüllungen" eines gewissen hies. Wochenblattes auf sich habe. Allerdings ist die Zahl jüd. Meister noch nicht groß; aber es gehört viel Verblendung dazu, die Hunderte jüd. Knaben und Jünglinge zu übersehen, die sich hier den schwersten Handwerken widmen, und die Anstrengungen eines jüd. Vereins zu ignoriren, der sich der jungen jüdischen Arbeiter mit so vieler Liebe annimmt. — Waitzen. Der Bau einer Synagoge ist hier beschlossen; doch scheintes, als wäre die hiesige jüd. Einwohnerschaft nicht allgemein enthusiasmirt davon, denn der Ertrag eines Balles zum Zwecke des projektirten Baues belief sich nur aus 60 fl. B. V. PH. Leiser. — Aus dev Baeska. Kula ist seit sieben Jahren der Sitz eines Bezirks-Rabbinats. Der gegenwärtig snngirende Rabb. Hr. Hochmuth ist von den Lesern des ״B.-Ch." als Gelehrter und Schulmann eben so bekannt und geschäzt, wie er in seiner Gemeinde als Seelsorger und als unermüdlicher Beschützer der Schulen geliebt ist. Die zweilkasflge Schule ist trefflich organisirt; und ehestens wird der Aufbau einer Synagoge in Angriff genommen. Cservenka ist eine viel bemitteltere Gemeinde und ist ebenfalls im.Ausbau einer Synagoge begriffen. Cs gereicht der Gemeinde jedoch keineswegs zur Ehre, daß sie, trotz nachdrücklicher Aufforderung von Seiten der h. Behörde noch keine Schule zu Stande brachte. Man vermißt den frommen Geist, der die kleine Gemeinde während der Lebenszeit des sel. Abr. Rein belebte.

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