Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 11 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 525 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543107-2543119--0542-2544233- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 525 — ideale Welt kennt"; (S. 9, Z. 4 v. u.): ״wir erkennen nur ein ideales, von einzelnen Ideen getragenes Leben"; (S. 10, Z. 4 v. o.): ״eine ideale Natur soll das Motto unseres Lebens sein"; (i. Z. 3 v. u.): ״Micher Idealismus soll ein intimes Band schlingen"; (S. 11, Anmerk.): ״das Symbol des Geruches malt den Begriff des rein zu Nichtmateriellem, Ideellem, bestehenden Materiellen". Hoffentlich wird der geneigte Leser nicht verlangen, daß wir ihm alle Ideale des Hrn. Dr. H. vorführen, dem sein Prüfungsprogramm auch ein Idealer Idealismus zu sein scheint; nur wollen wir noch hier der kernigen Idee erwähnen (S. 11, Anm.), daß unsere mündliche Lehre im Gegensätze zur schriftlichen ״die ideale" ist; und ״die ideale Auffassung der ganzen Thora durch die strenge Auffassung der Speisegesetze bekundet" wird '). -- Wahrlich! die' Pflichtmäßigkeit des Fleischaussalzens hat Ursache mit diesem Aufwand an Ideen zufrieden zu sein; nur werden unsere wackern Hausfrauen nach dem Durchlesen der Vorrede vergebens das Salz suchen. Die Vorrede mit ״Pschetlich" bringenden Anmerkungen — worin nebst einer wunderlichen Hermeneutik, wahrscheinlich aus Versehen, ein klein wenig Spinozismus (Nro. 4) mitläuft — ist deutsch geschrieben; aber ein so eigenthümliches Deutsch, das den ״Wurst" 1 2) noch nicht ganz verdaut hat.' Ueber den Inhalt der Schrift wird den gesch. Lesern dieser Blätter ein ernstes Wort um so gerechtfertigter erscheinen, da Hr^ vr. H. ihr ״eine große Reise um das weite Erdenrund" vorzeichnet, und ein Preßb. Oberrabbi ihr wünscht: שלא ימוש הספר הזה מפיהם; die eine anerkannte jüdische Autorität zum Verfasser, und einen Mann zum Vorredner hat, dessen streng orthodorer Sinn durch behördliche Zeugnisse über jeden Zweifel erhaben ist. Eine Schrift, welche der streng orthodore Hausvater seiner Frau und seinen Töchtern übergeben soll, mit der Beruhigung im Herzen: seine Haushaltung sei bestens versorgt, wenn sie nach den enthaltenden Vorschriften geführt wird; eine solche Schrift muß sich eine strenge Kritik um so mehr gefallen lassen, da irrige Anordnungen, Zweideutigkeiten oder Undeutlichkeit im Ausdrucke, Nachtheile bringen, oder — mit Herrn H. zu sprechen — ״verhängnißvott" werden könnten. Das מנחה טההה ist aber nicht nur durch unzweckmäßige Anordnung, durch Unklarheit und Undeutlichkeit im Style ein schlechter Leitfaden, in dem selbst der Kundige sich nicht stets zurecht findet; sondern es enthält in allen seinen Theilen auch Zrrthümer in הלכות והימם; es wird darin manches nach den Schulchan Aruch und den recipirten Deeisoren Erlaubte als verboten; 1) Wir erfahren (S. 13, Anm. 4): ״Dreimal begründet macht Natur, und ein zweimal Fortgepflanztes ist Natur geworden, und steckt dann der Idealismus im Geblüt". Dieses könnte uns auf die Spur führen, woher dem Hrn. Dr. so viel Idealismus im Geblüt steckt. 2) Auf der Hochschule zu Eisenstadt wird die Sprachlehre von Wurst vorgetragen.