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Ben Chananja · 1858-01-01 · 11 (1858) · p. Seite 490

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
11 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 490 (sequence 10)
Language
German
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- 490 Bachur wirklich ״wie das Kind im Hause" betrachtet. Er erhielt nicht wöchentlich einen Kosttag; man gab ihm gerne Kostjahre! Seine Subsistenz war gesichert, sobald er den Küchenzettel anfertigte, die Sabbathlampe in Ordnung brachte, und die Kinder auf einem Spaziergange begleitete. Hatte er überdies noch Unterricht im Hause zu ertheilen, so wurde er dafür besonders honorirt". Auch Abraham Flesch fand in Prag bald sein Unterkommen, und er erinnerte sich noch im später» Alter mit Vergnügen an die guten. Tage, welche er im Hause des Moses Dobruschka verlebte. Noch angenehmer war ihm die Erinnerung an seinen Jugendfreund Baruch Jeiteles, welcher zu jener Zeit ebenfalls noch mit jugendlicher Unbefangenheit dem Studium des Thalmuds oblag, und an den Erzeugnissen des Pilpuls volles Genüge fand. Der auf den Jeschiboth herrschende Geist brachte es mit sich, daß die meisten Studenten keine andere geistige Beschäftigung kannten, als die pilpulistische Behandlung des Thalmuds und seiner Glofsatoren. Hatte sich ja selbst der Elementarunterricht der männlichen Jugend allmälig hierauf beschränkt 13)! R. Joel Zirkes (gest. 1640) 13) hatte zwar die gänzliche Vernachlässigung der Bibel beim Jngendunterrichte nachdrücklich getadelt. Allein R. Sabbathai ha-Kohen, die größte Autorität unter den neuern Gesetzeslehrern, nahm in seinem 1648 erschienenen Werke, ״die Lippen des Priesters", das Herkommen entschieden in Schutz. ״Ich behaupte", sagte er, ״daß der Gebrauch Jsrael's im Gesetze begründet ist; denn sowol die Tosafisten als auch R. Moses aus Couch (1250), R. Metr.ha-Aohen aus Narbonne und R. Perez ben Elijja (1270) erklärten einstimmig, daß in der babilonischen Gemara die Bibel, die Mischna und der Thalmud enthalten sei, was den BibeluUterricht entbehrlich mache. R. Jakob ben Ascher (1330) und R. Moses Jsserles scheinen ebenfalls diese Meinung zu theilen. R. Jeruch am ben Me sch ullam aus der Provence (1330) spricht sich entschieden dafür ״׳•) Abrav. Nachal. Ab. 5, 2t: לא אמר שער ה׳ שנים יעסוק במקרא ולא עוד כמו שעושי עור היום האשכנוים• '3) S. Orient VIII. L. B. S. 731.

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