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Ben Chananja · 1858-01-01 · 10 (1858) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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rftßrm Nicht nur die Synagogen und die jüdischen Schulhäuser, auch die jüdischen Friedhöfe nehmen allmälig eine freundlichere Gestalt an. Hier wie dort tritt der Einfluß milderer Zeiten und Sitten ans eine, wohlthuende Weise hervor. Hier wie dort haben sich die neuen Einrichtungen noch gegen Widerspruch und Anfechtung zu vertheidigen. Und hier wie dort sind es in mehrfacher Rücksicht gerade diese angefochtenen Neuerungen, durch welche die alten Satzungen und Regeln — wenn auch nicht immer ihrem Buchstaben, so doch ihrem Geiste nach — wieder zu der ihnen gcbührenden Achtung und Anerkennung gelangen. Die einem wohlgeordneten Menschenherzen so natürliche Pietat gegen die Tobten ist dem Israeliten überdies noch ein Erbstück aus der grauesten Vorzeit. Schon Abraham sezt alle ihm zu Gebote stehenden Mittel in Bewegung, um seiner verblichenen @fa eine würdige Ruhestätte zu sichern. Die Thora erzählt mit vieler Umständlichkeit, wie er in den Besitz des Erbbegräbnisses bei Hebron gelangte (1. B. M. 23, 3—20), und der alte Moser erblickt in der so ausführlich erzählten Verhandlung eine ״deliziöse Scene der Politesse, Einfalt, Gutherzigkeit, Naivetät, Demnth, Bescheidenheit, Hochherzigkeit und der Art von Erwartung, wo man es bei einem Handel auf wie Gutmüthigkeit des Käufers ankommen, läßt". Die Tendenz der Erzählung ist verschiedenartig ausgefaßt worden. Bald gab man derselben die Absicht, zu zeigen, der einheimische Stammfürst Efron habe den Fremdling Abraham als ebenbürtig angesehen und behandelt; bald die Absicht, hervorzuheben, daß Abraham auch nach dem Tode von den kanaanitischen Einwohnern des Landes getrennt bleiben wollte, oder daß er schon bei Lebzeiten ein Stück Landes in dem verheißenen Kanaan sein nennen durfte. Nach manchen Auslegern soll die biblische Darstellung auch Achtung gegen Dahingeschiedene einprägen wollen. So viel ist jedenfalls gewiß, daß die Liebe schon in den ältesten Zeiten das Bestreben an den Tag legte, die Leichen ihrer Tobten Bra-ClunJ0ja 1838.1. 28

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