Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 9 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 381 Sohn eines Schreibers ei«« neue, bessere Wendung der Studie« herbeigesührt wurde, Salomo« Ko h e«, der Restaurator der hebrätschen Grammatik unter den deutschen Inden, war dev Sohn des Hanauer Chasan's Juda Löw Kohen, und Mendelssohn, der Restaurator der jüdischen Bikekforschung und des jüdischen Bibel- Unterrichtes, war der Sohn eines armen Sofer's zu Deffa«. Mendelssohn ist sein ganzes Leben hindurch Freund und Forscher der heilige« Schriften geblieben. Dies betyeisen seine der Bibeleregefe gewidmeten hebräischen und deutschen Werke. Es lag im Geiste seiner Zeit und in seiner eigenen RichtNW, daß er sich viel weniger von den nationellen, als von doy allgemein menschlichen Elementen der Schrift angezogen fühlte. Allein ob auch die heiligen Religionsurkunden ihm auf seinem Standpunkte wol eine Bestätigung, aber keine Offenbarung der Religionswahrheilen zu enthalten schienen, so war er doch von einer wahrhaft frommen Ehrerbietung gegen das Wort Gottes tief durchdrungen, Welche hohe und schwierige Aufgabe der Schriftausleger zu lösen habe, konnte seinem hellschauenden Blicke nicht entgehen. Daher wagte er sich an seine erste exegetische Arbeit, die Erklärung des Predigers Salomo's, erst in seinem vierzigsten Lebensjahre, nachdem er bereits eine hohe Stufe philosophischer Reife und schriftstellerischer Berühmtheit erstiegen hatte. Die Eregese des Koheleth hat, unterstüzt von den Ergebnissen der Einleitnngswissenschast, seit 1770 bedeutende Fortschritte gemacht. Mendelssohn's klassisch geschriebener Kommentar,, dem schon Herder, volle Gerechtigkeit widerfahren ließ, hat aber dadurch seinen Werth nicht verloren. Kein Kenner wird denselben lesen, ohne sich der darin herrschenden durchsichtigen Klarheit und religiösen Wärme zu freuen. Besonders wohl thut dem gleichgesinnten Leser die Wahrnehmung, daß dem liebenswürdigen Verfaffer des Phädon's auch hei dem Geschäfte der Schriftausleguug dort, wo die persönliche Fortdauer des menschlichen Geistes nach dem Tode des Körpers zur Sprache kommt, das Herz voll wird, so daß seine sonst so ruhig dahinfließende Rede unwillkürlich einen oratorischen Schwung nimmt"). “) S. 6cf. de» Komm, zu Pred. 3, 17. 9, 2. 12. 25*