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Ben Chananja · 1858-01-01 · 8 (1858) · p. Seite 379

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
8 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 379 (sequence 43)
Language
German
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in einem frischen und kräftigen Zustande zu erhalten. Dem europäischen Winter entspricht hier zu Lande die Regenszeit, welche 4—5 Monate dauert, wie dies im Thalwud, Traktat Taanoth ') genau angegeben ist. In dem gegenwärtigen Jahre traf die Regenzeit so regelmäßig ein, wie dies nur selten zu geschehen Pflegt. Es regnete nämlich am 7. und 17. Cheschwan (25. Okt. und 4/Nov.) und am Kislev-Neumond (18. Nov.). In den Zwischentagen hatte es nicht geregnet. In Folge des seit Kislev herabströmenden Regens floß die berühmte Quelle Bir Jnab, * 2באר יואב), über und über, und bildet einen Bach, der, durch das Thal Kidron fließend, in das todte Meer mündet. Der hiesige Aufenthalt ist den Israeliten seit einigen Jahren sehr erschwert. Seitdem sich nämlich die Zahl der christlichen Pilger um die christl. Osterzeit bis auf 15,000—20,000 vermehrt hat, ist der Wohnzins so gesteigert worden, daß viele jüdische Familien denselben nicht erschwingen können. Die Hausbesttzer lassen nämlich die Häuser das ganze Jahr unbewohnt, weil sie von den fremden Pilgern für eine einzige Woche mehr Miethzins einnehmen, als von einem hiesigen Inwohner für das ganze Jahr. Aus diesem Grunde hat die deutsch-holländische Gemeinde in einem der schönsten Stadtheile Jerusalem's einen Bauplatz an sich gekauft, wo ein Pilgerhaus und Privatwohnungen errichtet werden sollen. Der Kaufpreis für den Bauplatz ist bereits erlegt, und Hr. Selig Hausdorf ist als Bevollmächtigter nach Deutschland gesendkt, UM zunächst durch großmüthige, fromme Spenden den Betrag von 5000 fl. zusammen zu bringen, welcher zum Behufe des Platzankauses als Darlehen ausgenommen wurde. Dann erst soll zu einer Sammlung zu Gunsten des Baues geschritten werden. Vielleicht interessirt manche Ihrer Leser auch die Nachricht, daß der bekannte Missionär Pick aus Böhmen vor einigen Wochen spurlos verschwunden ist. Er hielt sich längere Zeit hier aus, und pflegte von Zeit zu Zeit Ausflüge in die Umgegend zu machen. Seit dem lezten Ausfluge, den er vor ungefähr drei Wochen machte, wird er vermißt. Alles Nachforschen war bisher vergebens. Ich kannte ihn persönlich, und ich glaubte schon vor längerer Zeit Spureu von Geisteskrankheit an ihm entdeckt zu haben. Der.Redakteur der ״süddeutschen Warte", D1\ Hofmann, war hier. Er soll den Wunsch hegen, den h. Tempel wieder aufzubauen!! ') Mischna 1, 3—5. 3, 1. 2. UrL. 2) Das En Rogel der h. Schrift, Jos. 15, 7. S. Robinson'S Palästina II. 138-rl42. Schwarz d. h. Land. S. 189 ff. M.

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