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Ben Chananja · 1858-01-01 · 7 (1858) · p. Seite 304

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
7 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 304 (sequence 16)
Language
German
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— 304 — beraubten Mutter zufügen ')? Sie möchten es wohl überlegen, waS es heiße, ihnen ihren liebsten und jüngsten Sohn zu entreißen? Er beschwor sie, von einem so schrecklichen Beginnen abznstehen, schon aus Furcht vor Gott dem Allsehenden, der ihren Frevel nicht ungerächt lassen werde. Wenn sie aber dieses Verbrechens sich enthalten, so wird Gott den Reuevollen und den zur Vernunft Znrückgekehrten wieder gewogen werden. Sollten sie hingegen dennoch Hand an's Werk legen, so gäbe es keine Strafe, die sie nicht des Brudermordes wegen von der Vorsehung dessen erreichen werde, dem nichts unbekannt bleibt, es möge sich in der Wüste oder in volkreichen Städten ereignen. Mögen sie versichert sein, daß, wo Menschen sich befinden, auch Gott gegenwärtig ist. Sollten sie den Mord verüben, so werde ein böses Gewissen unansweichlich sie für immer quälen. Diesen Vorstellungen fügte er noch hinzu, daß es sehr unrecht sei, selbst einen ungerechten Bruder zu tödten, vielmehr sei es löblich, unsere Verwandte nicht zu verfolgen, und nns an ihnen nicht zu rächen, wenn sie auch wirklich »ns beleidiget hätten. Josef, der niemals gegen sie übelgesinnt war, den wollten sie tödten? Seine zarte Jugend sollte sie rühren, und sie bewegen, Sorge füx ihn zu tragen, und ihn in Schutz zu nehmen. Der Beweggrund zu diesem Morde würde ihre Schuld noch vergrößern; denn aus Neid möchten sie dem Bruder den Weg zum bevorstehenden Glücke, an das sie als nahe Anverwandte theilnehmen könnten, abschneiden. Auch sollten sie bedenken, daß, was- Gott-dem Josef bescheren möchte, auch sie angehe. Es werde der Zorn des Himmels noch schwerer ans ihnen lasten, wenn sie denjenigen vernichten, der von Gott des Glückes werth gehalten wird, und sie dem Ewigen den entreißen wollten, den er mit so vielen Wohlthaten überhäufen möchte. 2. Durch diese und mehr dergleichen Vorstellungen bemühete sich Rnben, sie vom Brudermorde abzuschrecken. Nachdem er sie ') Flavins begeht hier einen Anachrouismns; Rachel war schon längst tobt, als diese Begebenheit zwischen Josef nnd seinen Brüdern sich ereignete; es müßte nur sein, daß Flavins hier ans eine Stelle in Jeremias Kapit. 31, V- 1k an spielt.

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