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Ben Chananja · 1858-01-01 · 7 (1858) · p. Seite 290

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
7 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 290 (sequence 2)
Language
German
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290 — Den fie nach der Stürme Wogen An des Jordans Ufern fand, Wo fie Lebenssaft gesogen Ans der Väter heil'gem Land. So schleppt sie ihr Pilgerleben Unter Leid und Qualen hin, Sieht die Jahre unter Beben Unter Angst vorüberzieh'n. Doch warum ward ihr hienieden Dieses traurig schwere Los? Warum ward ihr nicht der Frieden In der Heimat Mutierschoß? ״Daß fie ihren Samen trage In die Ferne weit und breit, Durch flch löse manche Frage Neber Tod und Ewigkeit". Denn der Schöpfung ruhig Walten Achtet nicht auf Wind und Sturm Und sie sorgt in weisem Schalten Für das Pflänzchen, für den Wurm. Lasset nimmer hier auf Erden Je die Gattung nntergeh'n; Einzelnes mag Moder werden, Doch das Ganze muß besteh'». Sieh! des Pflänzchens zarter Same, Den der Wind im Flug verstreut, Fand bald Schutz vor dem Orkane, Und den Nahrungsquell bereit. Wo nur in den Schoß der Erde Auch das kleinste Körnlein fuhr, Rust ihr schaffendes ״es werde" Tausendstimmig die. Natur. Siehe, wie des Körnleins Leben Froh erwacht im Sonnenschein; Viele zartV-Fäden weben Ihm ein neues Lichtes Sein. Und ans tausend Quellen fließet Für das Pflänzchen frischer Säst, Und es keimet und es sprießet In verjüngter Lebenskraft. Also lebt die Mutterrose Ewig fort in alle Zeit; Trägt fie doch in ihrem Schoße Blühen für die Ewigkeit. Mit der Blume, die die Rose Von Jericho wird genannt, Bist du durch die dunklen Lose, Israel, gar eng verwandt. Siehst du nicht in ihrem Bilde, Israel, dein ganz-Geschick? Riß dich nicht die Wuth, die wilde, Aus der Heimat stillem Glück? Warst du nicht umhergetrieben In dem weiten Weltenramn? Ist dir mehr vom Glück geblieben, Als ein dunkler schöner Traum? Ach, du lebtest in dem Schatten Deiner Palmen einst in! Glück, Buntgefärbte Blumenmatten Strahlten dir ihr Licht zurück! Sogst des heil'gen Bodens Segen Stets in vollen Zügen ein, Und aus allen deinen Wegen Glänzte dir nur Sonnenschein. In den! Land der bunten Auen Wo die große Aehre sprießt, Auf das ״Gottes Augen schauen, Wo nur Milch und Honig fließt"; Wo gestrahlt in 1 reinste» Glanze Eines Glaubens Hochaltar, Der im schönen Blumenkränze Deine schönste Blume war.

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