Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 245 — quanten zugewendeten Methode viel zu flach erscheinen, als daß sie sich ernstlich mit denselben beschäftigen könnte. Nahm ja unter ihrer Hand selbst, das Bibel- und Grammatikstudium (lezteres durch Salomon Hanau) eine pilpulistische Richtung! Je unleugbarer aber diese Thatsachen sind, mit um so größerer Befriedigung vernehmen wir, daß die orthodore Rabbinerschule zu E. ihre Pforten der Bibel und der hebräischen Grammatik geöffnet hat. Leztere lehrt Hr. Di׳. H. nach Gesenins (S. 33). Eine Anmerkung belehrt uns, daß der grammatische Unterricht aus den Werken Kimchi's und Aben Esra's dem Gebrauche des Gesenius vorangegangen sei. Die Didaktik dürfte ein solches Verfahren wol seltsam finden, und dem Hrn. Instituts-Inhaber rathen, fortan mit einem für Anfänger geschriebenen Elementarbuche, also mit dem Gesenius oder einer ähnlichen Grammatik zu beginnen, Um dann zu den älteren Grammatikern überzugehen. Wir gestatten uns nur hervorzuheben , daß nach dem, was Jore Dea 246, 4. über t>ie םפרי מינים gelehrt wird, wirklich kein geringer Muth dazu gehört, den Gesenius in einer altorthodoren Rabbinerschule zu gebrauchen. Hr. Dr. H. scheint dies selbst gefühlt zu haben. Er sucht daher sein Verfahren zu rechtfertigen. Er habe, sagt er unter Anderm, ״diese Grammatik wegen ihrer vielen technischen Ausdrücke, mit denen Oberflächlichkeit, der Unkenntniß gegenüber so gern stch brüstet, gewählt (S. 33)". Wir möchten es in Zweifel ziehen, ob stch heutzutage Jemand mit der Kenntniß grammatisch-technischer Ausdrücke ״brüste". Die Theologen, gegen welche die Eisenstädter Schule so eifrig polemisirt, freuen sich ihrer Bibelfestigkeit und' ihrer Gewandtheit im hebräischen Ausdrucke. Die neuorthodore deutsche Romantik verunglückt leider so. oft sie den Versuch macht, hebräisch zu schreiben. Hr. Dr. H. schließt sein deutsches Vorwort mit dem hebräische» Wunsche: יואל ה׳ ויברך קהלתי... ויריק להם.... ויזכה אותה....... וזכות הקדושים... יעמוד!! Die Wahrnehmung, daß ein Lehrer der hebr. Sprache an einer Rabbinerschule nicht im Stande ist, fünf Zeilen hebräisch korrekt zu schreiben, muß den Kundigen allerdings unangenehm und schmerzlich berühren. Doch wollen wir'S mit Hrn. Dr. H. nicht genau nehmen und uns vielmehr der Konzession freuen, welche er der