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Ben Chananja · 1858-01-01 · 6 (1858) · p. Seite 243

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 243 (sequence 3)
Language
German
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-- 243 — bitten Moses Perls und Mekr Aschkenasi (gest. 1744), auf welche sich Hr. Dr. H. beruft (S. 28), nichts in der Welt ferner lag, als der Gedanke, sich ähnliche Zeugnisse zu verschaffen. Wie es scheint, lag indeß dem Hrn. Instituts-Inhaber nicht wenig daran, seine strenge Orthodoxie urkundlich nachzuweisem Allein diesen Zweck hätte er ohne Zweifel viel besser erreicht, wenn er einige streng-orthodorr Rabbinen zur Prüfung geladen und dieselben um ein Certifikat über die orthodore Richtung und Tendenz seines Institutes ersucht hätte. Wir wollen indeß diesen Mangel rabbinisch-orthodorer Zeugnisse üichr weiter urgiren, und das Eisenstädter Institut als strengorthodor gelten lassen, wofür es sich mit so vielem Nachdrucke und nicht ohne Ostentation geltend machen will. Wir wünschen vom Herzen, daß auch die rabbanitische Altorthodorie in Ungarn die Eisenstädter Lehranstalt als Produkt ihrer Grundsätze und ihrer Gesinnungen betrachte. Voraussetzend, daß dies wirklich geschehen werde, müssen wir die Lehranstalt als ritte höchst erfreuliche Erscheinung begrüßen.- Und wenn wir diese unsere Anschauung nässer motiviren, so geschieht dies nicht Nur deshalb, weil uns der Gegenstand einer ausführlichem Erörterung fähig Und bedürftig scheint, sondern auch der wichtigen Betrachtungen wegen, zu welchen der vorliegende Bericht Veranlassung giebt. Als erfreulich bezeichnen wir zunächst den Umstand, daß Bibel und hebräische Grammatik zu den Unterrichtsgegenständen der Anstalt gehören (S. 28). Denn beschäftigen sich nur einmal die Rabbinen emstlich und eifrig mit den heiligen Schriften- und--mit der Sprache, in welcher dieselben ausgezeichnet sind, so wird das jüdisch-religiöse Leben unter dem Beistände Gottes wol in nächster Zukunft eine befriedigendere Gestaltung annehmeü. Die deutsche und polnische Altorthodorie hat namentlich in den lezten vier Jahrhunderten leider Beides vernachlässiget: die heilige Sprache und die heilige Schrift. Sie hat seit dem 15. Jahrhundert keinen Eregeten von Bedeutung aufznweisen. Sie ließ die Schristauslegung auf traurige Abwege gerathen. Der heiligen Sprache schenkte sie so wenig Aufmerksamkeit, daß Rabbinen, die sich auf hebräische Grammatik verstanden, zu den seltenen Ausnahmen gehörten! 16*

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