Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 5 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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238 — Nachbemerkung der Redaktion. Wir bitten die ehrsamen Vorsteher der israel. Kttttusgemeinden unseres Vaterlandes, uns ähnliche Verzeichnisse gefälligst cinznsendett. Wir zollen durch die Veröffentlichung derselben den frommen Stiftern den gebührenden Tribut unserer Hochachtung; auch gewährt es uns eine wahrhafte Genngthunug, wenn wir uns überzeugen, daß der Wohlthätigkeitssinn noch immer kräftig wurzelt in Israel. Offener Brief an ״Gen-Chananja". Vrochuren haben vor größer» Druckwerken den Vortheil der Kürze und einer deutlich an der Stirne ausgeprägten Tendenz, die ans dem Titelblatte umfangreicher Schriftwerke nicht stets so klar zu entnehmen ist. — Dieses mehr, als der geringe Kaufpreis, verschafft ihnen gewöhnlich Verbreitung; denn die Berechnung für bestimmte Lesekreise — und die Verfasser von Tendenzartikein haben diese Berechnung — findet in der Regel ihr Ziel viel sicherer. Sind aber die Erscheinungen der Brochnren periodisch, wie Wochen- und Monatschriften, dann müssen sie, um ihr Ziel zu erringen, sich entweder in ein Gebiet von allgemeinerm Interesse ergehen, oder mannigfaltigen Inhaltes sein. Wenn uns irgend etwas Noth thut, so ist es eine periodische Schrift im Interesse des Iudenthumes, welche geeignet wäre, eine wohlthätig belehrende Wirksamkeit auf die Gesammtheit ausznüben. Zur Lösung einer solchen Aufgäbe hast du, ״Ben-Chananja", den schönen Berns; die Lösung dieser Aufgabe erwarteten die Gläubigen von dir, und streckten dir zum Willkommen freudig die Hand entgegen; und so wie der Sohn Sakais einst dem Namensträger, so ries man dir zu: ׳.אשרי יולדתו Nachdem du nun einige Schritte vorwärts in die Oeffentlichkeit gethan, «lögest du einem treuen Freunde, dessen Stolz dein Ruhm ist, gestatten, dich in deinem Gange ein wenig aufzuhalten, um dich ans die Gestalten aufmerksam zu machen, die durch die Fenster schauen, um dich vorübergehen zu sehen. Sprach- und exegetische Forschungen, Bibelinterpretationen, dogmatische Erörterungen und Aehnliches sind für den Fachgelehrten so interessant, daß er sich gern auch von seinen: kargen Einkommen etwas absparen wird, mu sich zu seiner geistigen Nahrung die neuesten Erscheinungen aus diesen Gebieten anzuschaffen. Das Volk hingegen suhlt nur dunkel das Bedürfniß nach gesunder, geistiger Nahrung, es muß bei ihm geweckt und gefördert werden: es geht nicht in den Buchladen; wir schicken ihm die Belehrung ins Haus. Diese muß es aber ausprechen, es darnach begehrlich machen, und ihm nüzlich werden. ״Ben - Chananja" war keineswegs ein Kunstzeugschmied; er hat keine Instrumente für die höhere Mechanik angefertigt: er war ein schlichter Schmied, er arbeitete für Haus und Hütte. Höchstens machte er Schwert und Lanze, um für Recht und Wahrheit zu kämpfen, und Panzer, um die Brust gegen die Angriffe der Gottlosen zu schützen.