Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 2 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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— 79 die andere zu oberflächlich und die dritte mit dem Terte nicht übereinstimmend erscheint, und wobei er sich angeregt fühlt, sich selbst daran zu machen, seinen Scharfsinn daran zu versuchen, ob es ihm nicht gelingen möchte, diese oder jene Stelle durch eine eigene Auffassung dem Verständnisse näher zu bringen. Und wahrlich man muß gerade nicht zu den Heroen der Exegese gezählt werden, um einige Verse glücklicher und wahrheitsgemäßer, als es bisher geschehen, auffaffen zu können. Der Forscher steht sich ja oft in seinen Untersuchungen von einem glücklichen Gedanken, wie von einer göttlichen Eingebung, überkommen, und in solch glücklichen Momenten sieht er oft, was er sein Leben lang nicht gesehen, begreift plötzlich, was er lange nicht begriffen und findet, was er Jahre lang umsonst gesucht; ja er sucht und begreift, in solchen Conceptions- Momenten, was sonst Scharfsinnigere und Scharfsichtigere vor ihm nicht gesehen und begriffen hatten. Wir glauben daher, die Bibelforschnng müsse erst recht gedeihen, wenn von ihr gesagt werden kann, was Meister Uhland von der deutschen Dichtung so schön sagt: „Das ist Freude, das ist Leben, Wenns von allen Zweigen hallt." Wenn jeder einzelne Forscher seine glücklichen Entdeckungen in diesem Gebiete in einem der Wissenschaft gewidmeten Journale, wie es der Ben - Chananja zu sein verspricht, zur allgemeinen Kenntniß bringt, — und gewiß wird die verehrliche Redaktion keinen Anstand nehmen, der Bibel-Eregese eine Rubrik zu eröffnen und Alles, was auf Wahrheit Anspruch machen kann, in dieselbe aufzunehmen; — so könnte nach Jahren in diesen Blättern ein reichhaltiges Material beisammen sein, um unter einer tüchtigen Redaktion eine der Wahrheit zunächst stehende Bibelerklärung anzufertigen. Nach dieser Voransschickung wollen wir selbst mit der Erklärung einiger höchstschwieriger Stellen den Anfang machen und hoffen, es werden uns recht viele begabte Männer hierin Nachfolgen. I. Eine ungemein schwierige Stelle ist Jos. 19, 3ck. worin die Grenzen des Stammes Naphtali bezeichnet werden. „Au Sebnlnn gegen Süden, an Asser gegen Westen und an «cd. 9 Mit vielem Vergnüge».