Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 2 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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— 72 — zu spenden, dazu seine zahlreiche Familie (eine Wittwe mit neun Kindern, von welchen sechs noch ganz unversorgt sind, weinten an seinem Sarge), seine zerrüttete Gesundheit, alle diese Umstände zusammengenommen, brachten es dahin, daß seine verwaiste Familie auch außer dem Verluste ihres Familien-Hanpteö, ihrer Mit- Leblosigkeit wegen völlig trostlos geblieben wären, wenn nicht eben hier, in diesem Falle, die Wahrheit der früher angezogenen Bibel- Worte sich bethätigen würden, ans welchen es nämlich hervorgeht, daß ״die Nachkommen eines Tugendhaften stets ihre Ansprüche in dem Herzen eines jeden edlern Menschen begründet finden werden, daß die Hilfeleistung ihnen immer zu Theil werden wird, ohne daß sie selbst sie erst werden anregen müssen." Gleichwie das Leichenbegängniß des Da Hingeschiedenen am 5. April 1857 (יא ניסן תר״יו) eine allgemeine Theilnahme bezeigte, wie sie unter keinem Verhältnisse in dieser Stadt noch jemals vorgekommen ist, ebenso gab sich die ungetheilte Bereitwilligkeit wenige Tage darauf kund, als es sich thatsächlich darum handelte, die Wittwe und die Waisen gegen Noth und Drangsal zu schützen und zu bewahren. Ehre und Anerkennung verdient die achtbare Versammlung, welche von dem geschätzten Vorstande der hiesigen israelitischen Kultus-Gemeinde znsammenbernfen, die betreffenden Verfügungen zur Abwehr solcher mißlichen Verhältnisse getroffen hat, so zwar, daß die Fortsetzung des Rabbinats-Gehaltes für die Wittwe, so wie eine Aussteller für die unmündigen Töchter, theils ans dem in dieser Gemeinde gebildeten Gemeinde-Beamten-Pensionsfonde, theils aus dem Fonde der Chewra Kadischa, theils aber auch aus der Gemeinde-Cassa zu bestreiten sei» wird. Die hochherzigen Beschlüsse hierüber sind in dem Protokolle dieser Gemeinde enthalten, und geben Zeugniß davon, was der verewigte Rabbi zur Ehre seiner Gemeinde, und aller seiner Glaubensbrüder in ihrer Mitte, und in seinen Relationen zu den hochlöblichen Behörden geleistet, und welche verdiente Anerkennung Seinem ehrenvollen Andenken zu Theil geworden ist.