Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 2 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 71 — מבקש להם (Ich war ein Jüngling, bin mm ein Greis, niemals sah ich einen Tugendhaften verlassen; seine Nachkommen nm Brod bitten). Als einen solchen, als einen wahrhaft Tugendhaften verehrteu nicht nur wir, die Gefertigten dieser Widmungs-Urkunde, sondern alle Jene, die Ihn kannten, nnsern nun in Gott ruhenden Seelenhirten. Während eines Zeitraumes von einundzwanzig Jahren, vielfach geprüft von Unglücksfällen aller Art, bestürmt von den trübseligsten Ereignißen, wandelte er unter uns, eine biedere, edle Persönlichkeit! Treu, wahr und ohne Falsch, getragen und gehalten von dem erhabenen Geiste, der in Ihm wohnte! Die Veredlung der Menschheit, Hebung der religiösen, moralischen Zustände seiner Glaubensbrüder, Forschung und Erklärung der Wissenschaft, ganz besonders der jüdischen Gottes-Gelartheit, diese Zielpunkte waren es, die Er als die Aufgabe seines Lebens erkannte, und die Er mit allen seinen Kräften rastlos anstrebte. Wie nur wenige wahrhaft Anserkorene, brachte er die Worte der heiligen Schrift:!והגית בו יומם ולילו (Dil sollst darin forschen Tag und Nacht) zur lebendigen Anwendung. Erkenntniß des Schöpfers und der Natur, wissenschaftliche Forschung und die begeisternde Mittheilnng derselben an seine zahlreichen, Ihn wahr- Haft bewundernden Zuhörer, diese Beschäftigung war für ihn die alleinige Ergötzung, die er stch gönnte. Schwer belastet von seinen vielfältigen, oft sehr mühevollen Bernfsgeschäften, raubte er sich sogar den Schlaf, um nur seiner Forschung Genüge zu leisten, und nm seinem herrlichen Geiste die unentbehrliche Nahrung gewähren zu können. Wie reichlich aber sein Geist und sein Gemüt auch ausgestattet gewesen ist, an irdischen Gütern warsein Loos ein sehr klägliches; die Reinheit seines Charakters, die strenge Unparteilichkeit des nun Verewigten, wenig geeignet einen reichlichen Erwerb zu begünstigen, seine unüberwindliche Neigung durch die vermehrte Anschaffung wissenschaftlicher Werke seine Forschung zu erweitern, sein nuwiederstehlicher Drang, trotz der eigenen Mittellosigkeit, Almosen zu vertheilen, und jeden ersparten Pfennig dem Dürftigen