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Ben Chananja · 1858-01-01 · 2 (1858) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
2 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 69 (sequence 21)
Language
German
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69 Siehe da den Gegensatz zu der Meinung derer, welche an die Eriftenz mehrerer, und zwar unendlicher Welten glauben. Sie sind aber unwissend, und haben keine Kenntniß von der Wahrheit, deren Besitz rühmlich ist. V. Gottes Vorsehung waltet über die Welt. Denn der Urheber sorgt nach einem allgemeinen, nothwendigen Naturgesetze stets sür sein Werk, wie die Eltern für ihre Kinder sorgen. Wer diese Lehren nicht nur mit den Ohren anfuimmt, sondern auch reiflich durchdenkt, und als wunderbare und vorzügliche Kleinodien seiner Seele einprägt, daß nämlich ein Gott ist und die Welt regiert; daß dieser eristirende Gott ein Einziger ist; daß dieser Gott die Welt und zwar eine einzige ihm durch diese Einzigkeit ähnliche Welt erschaffen hat; und daß endlich Gott sür sein Werk unaufhörlich Sorge trägt; — der wird ein seliges und glückliches, den Vorschriften göttlicher Frömmigkeit entsprechendes Leben führen". Bei Aufstellung seiner Grundlehren gibt Philo deutlich zu erkennen, daß es ihm darum zu thun sei, vor den denselben entgegenstehenden Jrrthümern zu warnen. Das palästinensische Glaubeusbekenntniß begnügt sich mit dem Proteste gegen den Polytheismus; weil in der Zeit der Abfassung desselben ein anderer Gegensatz des wahren Glaubens nicht bekannt war. Die nicht zum Griechenthume Uebergetretenen umschlang das Band Eines Glaubens und Einer religiösen Gesinnung. Als in der Folge auch in der palästinensischen Glaubensgemeinde Meinungszwiespalt entstand und Sektirerei hervortrat, ermangelten die rechtgläubigen Lehrer nicht, den Jrrlehreru gegenüber ihre Glaubenssätze mit allem Nachdrucke geltend zu machen. Dies geschieht schon in der Mischna rückstchtlich des Offenbarungs- und Anferstehungsglanbens *). So hat die Erforschung religiöser Fundamentallehren die Geister schon im Alterthume vielfach beschäftigt und in Bewegung gesezt. Größere Regsamkeit herrschte jedoch auf diesem Gebiete in der arabischen Kulturepoche. Ein zweiter Artikel wird davo« treue Rechenschaft geben. ') Sank). 10, 1. Es ist mithin sehe seltsam, wenn ein neuerer Sittenlehrer die Denkfreiheit als eine thalmudische Lehre geltend machen will.

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