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Ben Chananja · 1858-01-01 · 2 (1858) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
2 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 49 (sequence 1)
Language
German
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— 49 — Nie HruiMchrm der Religion Israet'8. Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Dogmatik. יקר בעיני ללמר עקר מעקרי הרת והאמונה יותר מכל אשר אלמדהו. Was ich über die Principien der Religion lehre, ist mir wichtiger als Alles, was ich sonst lehren würde. (Majm. Mischnakomm. Ber. Erster Artikel. 1. Religiöser Glaube. Bekennern einer positiven Religion ist religiöser Glaube die Ueberzeugung von der Wahrheit höherer, göttlicher Offenbarung. Ein Wissen ist diese Ueberzeugung nicht, allein noch viel weniger ist sie ein bloßes Wähnen und Meinen. Was sie annimmt und festhält liegt außerhalb der Grenzen der Erfahrung und außer dem Gebiete der Sinnlichkeit. Dennoch achtet sie es für wahr und betrachtet es für zuverlässig. Ihr ist nichts vernünftiger, einleuchtender und befriedigender, als das für wahr anzuerkennen, was die höchste Vernunft lehrt und offenbart. Dabei beruhigt sie sich. Sie denkt: was der Untrügliche redet und entscheidet, kann nichts Anderes als der Ausdruck untrüglicher Wahrheit sein. Dieser Offenbarungsglaube schließt aber das Forschen auf religiösem Gebiete keineswegeö aus. Wenn innere Vernunftgründe die geoffenbarte Wahrheit unterstützen, so wird der Gläubige, weit entfernt dieselben zu verschmähen, sich ihrer aus ganzem Herzen freuen. Sie machen seinen Glauben nur fester und inniger. Sie bewahren seine fromme Ueberzeugung vor der Gefahr, durch das geringste Erwachen der Reflexion und des Zweifels erschüttert zu werden. Der Religionswissenschaft ist die Forschung sogar unentbehrlich. Denn ihre Aufgabe ist es, die Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit der Zeugen zu prüfen, denen sie die Kunde von der höhern Osfenbarung verdankt. Sie muß ihre Mühe und Anstrengung verdoppeln, wenn der richtige Sinn der Offenbarungsurkunden zu fin- Ben-Chananja 1858. 11. 4

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