Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1858-01-01 · 1 (1858) · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
1 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 29 (sequence 35)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2542917-2543107-2543109--0036-2543717
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 29 — Augenblicke deinem liebewarmen Herzen Kummer und Kränkung verursacht haben mochte. Heil dir! Kummer und Kränkung folgen dir nicht dorthin, wo dein, vom Staube entfesselter Geist unter den Seligen wandelt. Dort empfängst du aus der Hand deines Richters den himmlischen Lohn für dein Wirken und Thun. Heil dir! Dort erfüllt sich was du vor zwölf Tagen wie mit profetischem Geist riefst: „Bald, bald sehe ich meine Lotti ') wieder!" Nunmehr hast du sie wiedergefunden, die Unvergessene und Unvergeßliche. Auch vor unserer Seele schwebt in dieser Treuiiungsstunde die Holdselige im Ltchtglanze himmlischer Verklärung. Heil dir! theurer Vollendeter, Heil! Du hast oft mit Thränen gesäet; nun wirst du mit Jubel ernten. Weinend gingst du oft dahin, den Wurf des Samens tragend; nun kehrst du heim zu namenloser Wonne, deine Garben tragend ^). Amen. Ewiger Gott! ans deiner Hand kommt uns Leben und Tod. So tief auch die Wunde ist, die unserm Herzen geschlagen wurde, wir beugen uns vor dir und ehren deinen unerforschlichen Rathschluß. Du hast deinen treuen und bewährten Knecht nach einem schweren Kampfe durch die Schatten des Todes dringen lassen. Du hast seinen unsterblichen Geist hinübergerufen in die Heimat, auf daß er in vollen Zügen trinke aus dem Quelle des Lichtes und der Wahrheit. Die Zahl seiner Monden stand bei Dir. Wer mag mit Deiner ewigen Weisheit rechten, daß es Dir nicht gefallen hat, seine Lebenstage zu vermehren zum Heile Aller, die seinen Heimgang betrauern? O sei nur mit deinem Tröste denen nahe, die des Trostes so sehr bedürfen, und mit weinenden! Auge zu deinem Himmel blicken. Segne die fromme Rührung, mit welcher die weinenden Freunde die lezten Bitten und Wünsche des scheidenden Lehrers vernahmen. Gieb, o Gott und Herr, daß jeder schöne Vorsatz zu schönerer Wirklichkeit werde. °) Leontine Schwab, verehrt. Löw, gcb. zu Gewitsch 15. Juni 1823; verehel. zu Pest 23. Juni 1842; gest. zu Szegebin 21. Juni 1851, °) Ps. 126, 5. 6.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.