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Ben Chananja · 1858-01-01 · 1 (1858) · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
1 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 27 (sequence 33)
Language
German
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— 27 — Ungarn der erste, der in unserm Jahrhundert als Mann der Wissenschaft die Würde des Rabbinates bekleidete; der erste, der es verstand, das Licht der Religion Jftael's in seiner Reinheit leuchten zu lassen. Und ob es auch keinem der Nachstrebenden gelang, sich ihm an die Seite zu stellen in der geistvollen Auslegung und Anwendung des göttlichen Wortes und der alten Weisheitslehren; ob er auch in dieser Kunst, die euch so oft mit heiligem Entzücken erfüllte, unerreichter Meister blieb: so sind doch die Wirkungen seines herrlichen Beispiels nicht zu verkennen in zahlreichen Synagogen des Vaterlandes. Daß der Rabbiner, wenn er seinem Berufe und seiner Sendung entsprechen soll, auch mit weltlicher Bildung geschmückt sein müsse, haben viele erst durch ihn einsehen gelernt. Die Würde und Mäßigung, womit er zu wiederholten Malen für sein Volk und für seinen Glauben in die Schranken trat, machten ihn zum Lieblinge der öffentlichen Meinung. Sein Name wurde in gesetzgebenden Versammlungen in Ehren genannt Alle Gebildeten des Vaterlandes achteten ihn als einen Mann des Lichtes und des Rechts. Ans seine berathende Stimme legte auch die Obrigkeit bei mannigfaltigen Anlässen großes Gewicht, was eine natürliche Folge seiner tiefen Einsicht, seiner unbestechlichen Rechtschaffenheit, seiner loyalen Gesinnung, seines reinen, fleckenlosen Charakters war. So hat er sich Denkmale errichtet, die kein Sturm bricht und keine Gewalt der Zeit zerstört. So gewährte ihm Gottes Güte was er sich, als er in eure Mitte kam, in inbrünstigem Gebete erflehte. So erfüllte sich sein vor einundzwanzig Jahren an heiliger Stätte ausgesprochener Wunsch, „daß cs ihm gegönnt sein möge, bei seinem Abschiede von der Erde sagen zu dürfen: Ich habe nicht umsonst gelebt, nicht um Eitles mich bemüht!" °) Und es geschah wol im Rückblicke auf den reichen Segen, der ihm in seinem heiligen Berufe erblühte, daß er auf seinem Schmerzenslager so oft in dankbarer Rührung rief: „Ich bin zu gering für all die Liebe und Treue die du deinem Knechte erwiesen hast^)!" ') Beim Landtage des Äahres 1847. 2) Aus dem Schlußgebete der Antrittspredigt, y 1 Mos. 3S, 11.

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