Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1938)
- Date
- 1938-10-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tiberias 2× ep/1048138
- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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27. Oktober-1,938 Der Israel i*t, Nr. 43 Seite 7 stens bei <£eft jetzigen niedrigen Fahrpreisen nicht mehr rentabel sein. Mfln erwägt deshalb, die Fahr preise entsprechend zui/.terhöhen. Es wird auch die Ansicht vertreten, daß. eine Erhöhung der Preise allein niohto den gewünschten Effekt haben kann sondern daß es nötig; ./wäre, die verschiedenen Ge Seilschaften , zusammenzuschließen und die Passagen nach einem. bestimmten Schlüssel unter ihnen aufzu^ teilen. Für :die Kleinautos käme die Panzerung nicht in Betracht, da sie eine so schwere Last nicht, tra gen können. Sitzung des Kleinen A.-C. Jerusalem, 11. Oktober. M. M. Ussisc'hkin eröffnete heute morgen in den Büros der Jewish Agency eine Sitzung des Kleinen Aktionskomitees, bei der sämtliche Mitglieder anwesend waren. M. Scherlok gab einen umfassenden Ueberblick über die politische Lage und die Entwicklungen in London und Jerusalem in den vergangenen Wochen. Schertok beschrieb den Ernst der gegenwärtigen Stunde. Weiter be richtete er über das taktische Vorgehen der Exeku tive, die alle Reserven anspannt, um die Tendenzen zu bekämpfen, die dahingehen, das jüdische Werk zu beschränken. Schertok sagte, es sei kein Grund zur Verzweiflung vorhanden; keine Macht' in der WeTi könne deri historischen Willen des jüdischen Volkes aufhalten oder dem jüdischen Werk absolute Grenzen setzen. Die Exekutive würde bis zum äußersten und mit vollsten Kräften das Grundprinzip des gesamten Aufbauwerkes verteidigen, nämlich die Möglichkeit für eine große Einwanderng. In der Sitzung, die bis zum Abend dauerte, wurde eine vollkommene Uebereinstimmung der Meinungen festgestellt, unabhängig von Parteidifferenzen; der Gruridton der Debatte war ein allgemeiner Aufruf für vereinte Anstrengungen des ganzen jüdischen Vol kes. Nach einer Ansprache von M. M, Ussischkin folgte eine Zusammenfassung durch Mosche Schertok. Die Sitzung beschloß, ein Manifest an die Diaspora zu richten und, falls nbtwendig, eine Vollsitzung des Aktionskomitees einzuberufen, um der Exekutive in ihrem gegenwärtigen Kampf beizustehen (Palcor.) Das Ende Sidki Dajanis. . .Jerusalem, 19. Oktober , Hassan D a j a n i, der: bekannte arabische Terroristenführery ein Mitglied; der Nashashibi-Parteii wurde auf dem.LWege nach Jaffa irpn Arabern err. schössen. Am Jaffator wurde Saul M e n a s c h tödlich verwundet. Der Chauffeur Nissan Benjamini wurde auf dem Wege von. Jerusalem.nach -Atarot .von Arabern entführt . uni ein Lastzug verbrannt.; Issachar Golds te i n , . ein,.29jähriger. Ladenbesitzei-j, wurde heute am, Spätnachmittag in seinem Geschäft^ d"äsj ge; genüber;. der Eyelina", de Rothschild-'Schüle/.im Zentrum von Jerusalem, liegt, von einem, Aräbfer angeschossen und y e r w und e t.. .(Palcor.) Jv.!u.' ,k Naeh lern Blutbad ein < Tiberias. T :; - Jerusalem, '5. Oktober. In Tiberias wurden . .heute vom'Militär strenge Haussuchungen durchgeführt;.. 50 Araber wurden v e rhaftet. Im arabischen Dorfe Mejdal, dessen Einwohner, der Mittäterschaft beim Ueberfall auf Kirjath Schmuel verdächtig' sind, wurden" mehrere HäHib&i' zerstört. Für Tiberias sind heute .24 weitere-judische Ghaffirim angeworben' worden. Die jüdische Bevölkerung der Staat fordert" eine Erhöhung dieser Zahl,;;,,;:" : . , r . , •'; Truppen hatten heute zwei Zusammenstoß ■'.j mit Terroristen in der Gegend um TibeVias .und Safed. Im ersteh Kampf wurden mindestens zehn, im zweiten 35 -Terroristen getötet. Wie : man glaubt, handelte es sich dabei um einen Teil der Terroristen, die den Ueberfall auf Kirjath Schmuel verübt hatten. Im Zusammenhang mit dem Gewaltakt von Tiber i a s richtete der Verband jüdischer Lehrer in Palästina folgendes Telegramm an den High Commissioner..sowie an den Internationalen Lehrerverband in Paris und an die britische Vereinigung der Lehrer: „Es gibt keine Worte, um dem Ekel und Abscheu Ausdruck zu geben, den wir über die brutale Grausamkeit empfinden, minder zehn Kinder heute von Arabern in Tiberias hingeschlachtet wurden. Wir verlangen die sofortige Beendigung des,Terrors und'die Ergreifung von Maßnahmen,; die es gewährleisten, daß solche Gewältakte, die der Menschheit zür'-Schande gereichen, («tickt wiederholt wer-: den." , v' ii ■:<- Die Mutter der Kiiider, die" dem Gewaltakt in Ti-1 berias^um Opfer fielen, sandten ein Telegramm an .ßtönij^j'n Elisä'beth von. England;-'an dem sie; sich an**die Königin" als Mutter wenden' und.gegen' die Ermordung ihrer Kinder protestieren. Die Mütter richteten ferner ein Telegramm an das Kolonialamt '(Palcor.) Neue Siedlung in der Haifa-B^, Jerusalem, iv. Oktober. Der Grundstein zu dem ersten Gebäude der Kwuza Useha der Hanoar Hazionim in der Nähe der Bucht von Haifa wurde gelegt. Dieses Gebäude wird mit Hilfe der Jewish Agency errichtet. In den Grundstein wurde.eine Pergamentrolle eingeschlossen in der verzeichnet ist, daß sich auf diesem Platz vor 1700 Jahren der erste Synhedrion unter dem Vorsitz von Simon Ben Ga-mliel versammelte. Identitätskarte in Palästina, . Jerusalem, 19. Oktober. Die Regierung hat auf freiwilliger Grundlage Identitätskarten für alle Einwohner Palästi nas im Alter über 16 Jahre eingeführt. Diejenigen Einwohner, die im Besitze der Identitätskarten sind, sollen Erleichterungen in ihren Beziehungen zu den Zivil- und Mlitärbehörden erhalten. Palästinas Wirtschartsaufstieg. Jerusalem, 20. Oktober. Seit 1922 ist die jüdische Bevölkerung in Palästina bereits auf das Fünffache angewachsen (84.000 zur Zeit der Volkszählung 1.922 und 396.000 Ende 1937, gemäß einer älteren Regierurigszählung, und 420.000 einer Schätzung der Jewish Agency zufolge). Während 1922 die jüdische Bevölkerung 12,9 Proz. der Gesamtheit bildete, war bis 1936 dieses Verhält nis auf 30,8 Proz. gestiegen. Nicht weniger eindrucks voll, so schreibt D. Horowitz vom Wirtschaftsfor schungsinstitut der Jewish Agency, ist der Wirt Schaftsfortschritt des jüdischen Gemeinwesens. Der Industrieertrag ist seit 1922 auf das achtzehnfache angewachsen (500.000 Pfund in 1921/22 und 9.060.000 Pfund in 1937). '' - . Diejüdische Milchproduktion ist gestiegen von 130.000 Liter in 1921/22 auf 33 Millionen Liter in 1937 und die Eierproduktion von 150.000 in 1926 auf 40 Millionen Eier in 1937. Die Grundfläche der jüdischen Orangenhaine hat sich ausgedehnt von 11.000 Dunam in 1922 auf annähernd 160.000 Dunam in 1937. In .1914 betrug die Gesamtbodenfläche aller jüdischen Ansiedlungen 448.000 Dunam und die Zahl ihrer ^Bevölkerung 12.000. Während der Kriegszeit 1914—1920 konnte keine kolonisatorische Tätigkeit platzgreifen. In 1922 gab es gemäß der Agrarsehätzung der Jewish Agency 73 jüdische Agrarsiedlungen mit einer Bevölkerung von 17.000 und einer Bodenfläche von 649.000 Dunam. Zu Ende 1937 wurden 106.000 Seelen und 222 jüdische Agrarsiedlungen gezählt. Die jüdischen Bodenpachtungen bedeckten ungefähr 1.390.000 Dunam. Die K a p i t a l s i n v e s t i t i o n e ri ^dauerten in den Jahren 1936 und-1937 fort und würden offiziell mito^OOÜqÖ Pfund für 1936 und: 5.350,000 Pfund für 1937. geschätzt. Von dieser " Gesamtsumme von 11.830.000 Pfund wurden veranlagt 700.000 Pfund in Bodenankäufen, 2,430.000 Pfund in Ackerbau Und Zitruskulturen, 6,500.000 Pfund in Häusern *und 2,200.000 Pfund in der Industrie. Andererseits ist es wahr, daß die gegenwärtige Wirtschaftslage ernst ist und weitgehende Schwierigr keiten herrschen. -Das Wirtschaftsleben Palästinas wird von zwei Strömungen bewegt; VQH, der Neuexparisiön und 'der bereits bestehenden Aktivität., ,Die Expansion der letztenbeiden Jahre \bedeu;tete größtenteils : einen jähen Abstieg ünillGange der Neuexpansion. Die Neuexpansion hat sich , um ungefähr 50 Proz! verringert-, während di.ej/ibesiehende "Betätigung sich auf gleicher Höhe behauptete.! und einen Beweis für 'die W i d e r s t a n d,s:k r a.f t, der Wiits c ha f t P a 1 ä stinas lieferte..; Die Ziffern über den Absatz von elektrischer Kraft, Import, Export. Schiffsverkehr und Staatseinnahmen haben nicht in gleichem Maß« abgenommen und in mancher Beziehung (Stromabsatz und Export) sind sie sogar höher als ' im Konjunkturjahre 1935. Die Schwierigkeiten der-letzten Jahre entstanden hauptsächlich aus politischen Ursachen, nämlich der Unsicherheit im Lande und der Einschränkung der Einwanderung. Viel Leid gab es und die Situation hat ihre Gefahren, aber die genannten Ziffern zeigen hinlänglich, daß keinerlei Anzeichen einer wirtschaftlichen „Katastrophe" vorliegen. Wie immer dem sei. es kann nicht erwartet werden, daß sich Palästina ohne harte Arbeit entwickle. Es ist unvermeidlich,. daß der Fortschritt sich ungleichmäßig vollzieht .und daß die Schwankungen in> den Wirtschaftsbedingungen Schwierigkeiten und Hemmungen im Wiederaufbau mit sich bringen. Aber die Erfahrungen in anderen Kölonisationslä'ndern ha-> ben gezeigt, daß der Fortschritt, SO schnell und zufriedenstellend er auch war, ebenso wechselte zwi^" sehen Aufschwung, nachfolgendem Niedergang und Konsolidierung; die emporgetriebene Lebenshaltung der ^ufschwungsperiode wird abgelöst von einem Sturz der künstlichen Vermögenswerte in der nachfolgenden Depressionszeit» Eines muß man erwähnen: Die Erfahrung in Palästina bestätigt die anderweitig gemachte, daß in der zweiten dieser Perioden sowohl Einwanderung als auch, das allgemeine Wirtschaftsniveau eine höhere Ziffer erreicht, als im ersten Zyklus. Zweifellos hat die palästinensische Wirtschaft außer mit diesen" zeitweisen Abschwächungen auch mit manchen grundlegenden und strukturellen Problemen zu kämpfen, von denen die überaus ungünstige Handelsbilanz das schwierigste ist. In einem jungen und rasch aufblühenden Kolonisationsland wie Palästina sind hohe Einfuhr und eine ungünstige Handelsbilanz die unvermeidlichen Begleiterscheinungen des Fortschritts. Der lange und mächtige Einwanderungsstrom wird aufgenommen, neue Firmen und Fabriken werden täglich errichtet, die häusliche Arbeit muß zurückbleiben hinter dem Bedarf einer wachsenden Bevölkerung sowohl an Verbrauchsals auch an Produktiygütern. Bis die jungen heimischen Industrien in Betrieb gesetzt sind, muß die neue Bevölkerung ernährt, bekleidet und untergebracht werden mit Hilfe von Importgütern. Deshalb' müssen die Importe betrachtet werden als eine Art der Investition, zu der das in das Land gelangte Kapital verwendet wird. Es ist jedenfalls unbestreitbar, daß auf Palästinas Handelsbilanz ungünstig der Artikel 18 des Mandates gewirkt hat, der Palästina den Abschluß von Handelsabmachungen mit den einzelnen Ländern untersagt und ihm ungünstige Tarife vorschreibt. Die Jewish Agency hat eindringlich die Notwendigkeit einer Umwandlung des Artikel 18 betont und hat sowohl die Königliche als auch die Mandatskommission von der Notwendigkeit überzeugt, Palästina ein gerechtes Handelsstatut zu gewähren. Die notwendige Abänderung in ein der Gegenseitigkeit der Handelsbeziehungen besser Rechnung ' tragendes Statut haben sich jedoch trotz aller Empfehlungen noch nicht verwirklichen lassen. (Wiener J. R.) Mineralschätze am Hille-See, — Die Fischerei in Palästina. Jerusalem, 20. Oktober. Eine erfreuliche Kunde kommt vom H u 1 e - S e e. Palästina ist nicht gerade reich an' Mineralschätzen. Die Salze, die aus dem Toten Meer gewonnen werben, sind für die Wirtschaft des ganzen Landes von großer . Wichtigkeit, die Marmorbrüche versprechen ebenfalls wirtschaftliche Erfolge, es bestehen auch neue Möglichkeiten, Petroleum zu finden, aber alle diese Bodenschätze fallen doch nicht allzusehr ins Gewicht. Deshalb ist es um so bemerkenswerter, daß nunmehr auf jüdischem Boden innerhalb der Hule-Konzession ein überaus ergiebiges Torf-Feld festgestellt worden ist, dessen Umfang man auf ungefähr zwei'Millionen Tonnen schätzt. Veranschlagt man den Prejs einer Tonne Torf sogar nur auf eineinhalb Pfund,. sq-;erkenn,t; man sofort die Bedeutung dieser Entdeckung.;.In Sachverständigenkreisen nimmt man -. an-,- daß der /Torf sich sehr gut für Düngerzwecke eignen/wird. Das Fischereiweseri; in Palästina " nimmt ebenfalls einen beachtlichen Aufschwung. Eine vor nicht allzu langer Zeit in Haifa errichtete Fischerei- Gesellschaft hat von einer holländischen Reederei in Katwijk aan Zee einen Motorkutter angekauft, der jetzt auf dem Seeweg nach. Erez Israel befördert wird, WO er sofort in Dienst gestellt werden, wird. Palästina-Wirtschaft. Die Pälestine Potash Company hat infolge des stets vm Wachsen begriffenen Exports ihrer Produkte aus Palästina, die Zahl der Arbeiter bedeutend vergrößert. Sie beschäftigt gegenwärtig' 600 Arbeiter. Am Südende des Toten Meeres begann die Gesellschaft mit dem .Bau eines neuen Fabriksgebäudes. Der Export von durch Juden erzeugten Textilien aus Palästina nach dem Auslande belief sich in den drei Jahren 1935 bis 1937 auf 58,400 Pfund. Allein im ersten Halbjahr 1938 wurden Textilwaren für 33,000 Pfund, gegenüber 27.000 Pfund im gleichen" Zeitraum des Vorjahres, exportiert. Der Kolonienrat von Rechobtoh hat beschlossen, in sämtlichen Pardessim in Rechoboth nur "jüdische Arbeiter beschäftigen zu lassen. Die neue Siedlung Emek Sebulon bei Akko entsteht. In einer Stunde wird der Turm errichtet, auf dessen Spitze ein Scheinwerfer nachts die Umgebung ableuchtet. Am Horizont sieht man die Häuser und Moscheen des nur einige Kilometer entfernten Akko mit seiner feindlichen arabischen Bevölkerung. 6000 Dunam umfaßt die neue Siedlung. Zunächst muß jedoch der malariaverseuchte ,Boden saniert werden.