Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 42 (21.10.1938)
- Date
- 1938-10-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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61; Oktober-1033 ...;:t.; Letzte NachricEteii. Kämpfe i^p. c^Le Altstadt j , von Jerusalem. i> i- *; Jerusalem, 20. Oktober, 'l' (Tel'ef. Bericht) Seit Tagen wird um die Altstadt von Jerusalem gekämpft. Die' Araber hielten sich eingeschlossen und feuerten auf die Truppen, die die Mauer von außen belagert hielten. Am Dorinerstagmorgen sind die Truppen, in die Altstadt eingezogen, doch halten zur Stunde die Araber noch wichtige Positionen besetzt. In der Stadt droht eine Störung der Lebensmittelzufuhr einzutreten. Teilungsplan aufgegeben.* ., (Brieftelegramm.) Palästinateilungau f g e geben. -— Eihwandejun,g . verboten. —:; Im Londoner Kabinett -begründete Macdonalid dlas Fallenlassen des •T e i 1 u n g s p La n e s. — Frei e.„ jüdische Einwanderung wird verböten. Arabisches Ultimatum an Weizmann, seine Auswirkungen und die Antwort des Jischuw. Jerusalem, 12. Oktober. Das in Damaskus wirkende Arabische Komitee richtete an Dr. Weizmann ein'•• ultimatives Telegramm, in dem-'|es u. a. 'heißt: * „Ihre Haltung wird für Sie und für die Juden des Orients das größte je von der Geschichte verzeichnete Unheil zur Folge haben. Selbst wenn - die Araber der völligen Vernichtung ausgesetzt wären, werden sie Euch nicht gestatten. JEuch in Arabisch-Palästina niederzulassen, oder dort zur Mehrheit der Bevölkerung zu werden, welches Opfer es die Araber auch kosten möge. Schaffen Sie keine neuen Gelegenheilen zur Verpflanzung Ihrer Unglücklichen, vom Okzident nach dem Orient. Begnügen Sie sich damit, daß diejenigen, die sich bereits in Palästina befinden, dort bleibet können; Das" ist schön ein großes Glück für.sie. Lassen Sie es gesehenen, daß die Araber sie in ihrem Lande behandeln, wie Omar die Bewohner Palästinas behandelte! Wenn dann England zu ihrem Schutze in Palästina Krieg führen sollte, so könnte England in den arabischen Ländern und im übrigen Orient überhaupt nicht für sie eintreten."" Dieses Telegramm hat unter den Juden in Jerusalem großes Aufsehen, hervorgerufen. Die Je wish A g ©n cy in Jerusalem telegraphierte sofort nach Bekanntwerden dieses Ultimatums an Weizmann, daß der" Friede durch eine Entrechtung der Juden nicht hergestellt^ werden könne. Inzwischen fiat Weizmann ,, die arabische Zumutung auch in diesem Sinne ber antwortet. Das Verhalten der Araber' gdgen: die Juden beweise, welch traurigem^ Lose.ditrjJuclen entgingen, wollten", \ sjfe sfch, als MJapjftät den Arabern auf. iGnade iund Ungnade ausliefern. ■ Mi . _-; •:- J ji t::, i' Der High Commissioner in London.' London, 11. Oktober. Der gegenwärtig in London weilende Hochkommissar für Palästina dürfte schon vor Ende dieser Woche abreisen; sefoe Vollmachten werden ^auch in politischer Hinsicht sehr weit; gehen. Die militärischen.'Verstärkungen, die. am Wochenende in den, Besprechungen im- Ministerium für, die Dominiöns . beschlossen wurden,;bringßnj. diebritischen Streitkräfte auf , 17 Infanteriejbatailione, -zwei Kavallerieregimenter und einige Artillerier, und Panzexwaieneinheiteni Die britische Regierung hat sjch foiür entschieden,? den. arabischen A u f,S;t a n d m i t: W a f - f e n,g e w.a 1 ti nijed e k'z UiS;c!h 1 y .en. Das will;|;alleri4ings niehjt.;{besfa!ge,ni daß,: die, Jnstruk«; tionen, die der Hochkommissar jetz,t e,rbäl>t,f;aitif; ______;____j[ ' Der I s r a .£ 1 i t den Plänen fußen, die bis vor kurzem die Basis inoffizieller Verhandlungen mit den Arabern bildeten/'Man'rechnet vielmehr da 'und dort damit, däß,^ wenn. die Umstänäe ihre Wiederauf nähme erlauben, andere Wege ins Auge gefaßt werden sollen als diejenigen, die zur Teilung führen müßten. Dr. Weizmann soll heute zu den Beratungen1 im Dominienoffice zugezogen werden. Der irakische Minister des Aeußeren ist gestern abend von London abgereist. lieber den Ernst der Aufgabe, die der britischen Truppen in Palästina harrt, gibt ein Bericht des Spezialkorrespondenten des „Daily Telegraph" aus Jerusalem heute einige Aufschlüsse. Er stellt darin fest, daß die Autorität der Mandatbehörden, von den größeren Städten wie Jerusalem, Tel Awiw und Haifa , abgesehen, in den meisten. Teilen des Landes vollständig zusammengebrochen sei. Der Terror der Aufständischen lähmt das ganze Land. Die Eisenbahnverbindung zwischen Jerusalem und Lidda; ist unterbrochen, die mit Aegypten bis in die letzte Zeit nur dreimal wöchentlich mit bewaffneter Eskorte aufrecht erhalten worden ist,,,aber auch ihr droht die vollständige Desorganisation. Das Blatt beschuldigt die Regierung, . daß sie mit den Maßnahmen zu lange gewartet hätte. Personalien. Sally Feinberg pj"57* Berlin, 16. Oktober. Wenige Stunden nach dem «rnpn dt fand auch das Leben des -verdienstvollen und rührigen Seniorvorstehers der Adaß-Gemeinde Sieginundshof, Sally F'einberg, seinen" Abschluß'. Erst vor wenigen Jahren konnten-r wir ihn zu, seinem 70. Geburtstage in diesen Spalten würdigen. Im Brennpunkt seines Lebensinteresses stand das' G'tteshaus. Aus einer thoratreuen Memeler Familie stammend, wurde er schon vor vier Jahrzehnten in der damals blühenden Altonaer Gemeinde zum Synagogenvorsteher " gewählt. Schon damals erwarb er sich durch seine grenzenlose Freigebigkeit den Ruf eines wahren .3,*»J im Doppelsinne seiner Bedeutung.; Nach . Berlin übergesiedelt, gründete er im Hansaviertel den völlig traditionellen Synagogenverein nln 'pnna . Diese Schöpfung würde die Keimzelle der gegenwärtigen Adaß Jisroel-Synagoge Siegmundshof. Der Gottesdienst an jener Betstatte wurde von befähigten .Vereinsmitgliedern ausgeführt. Vorträge' wurden yon Adaß-Rabbinen, besonders von Herrn "Rabbiner Dr. B i b e r f e 1 d , regelmäßig abgehalten. Alle . Mitglieder waren, rnv naw. Die materielle ^Stützung-lag vorwiegend auf den Schultern des Verewigten. Als dann im Jahre 1925 die'"Adaß ' Jisroel-Gemeinde endlich auf einem von Herrn Feinberg schon viele Jahre vorher ( empfohlenen Grundstück Schule . und G'tteshaus in diesem Viertel errichtete, war es für den Verein und tseinen Gründer das selbstverständlichste Gebot der Stunde, den alten Verein aufzulösen, und sich-igeschlossen der Adaß Jisroel zur Verfügung zu stellen.. Auch im neuen Rahmen verwaltete Sally Feinberg in Unverdrossenheit das verantwortungsvolle Amt des Gabboi bis in die letzten Wochen seines Lebens. Und nun haben wir ihn in einer vorderen Reihe des Adaß-Friedhofes neben seiner ihm vor' einigen . Jahren vorangegangene Gattin, die Tochter des frü-; hereh Altonaer Oberrabbiners Loeb H>*ST zur Ruhe gebettet..rWir werden diesem guten, vornehmen Men^- scheri,1 dessen' hervorragendste Tugend die Treue 'War,';—1 Treue rssUf:'Tradition, Familie, Gemeinde und zum Freundeskreise — die unverbrüchliche Treue > 1liebevoller^ri^^ : -!■■■-'!;■ ' Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Abraham Glückstein und Frau Bärbel geb. Roberg, Petach Tikwa, POB. 43. — Ein Sohn, Elchanan (Hugo) Kuh und Frau Jocheved (Jenny), geb. Birnbaum, Kfar Pines, Post Kar- . kur (Palästina). — Ein Sohn, Ludwig Stein und Frau Berti geb. Rosenthal,, Fischach (Schwaben). Barmizwoth.: Hans Raphael Schneller. Sohn des Herrn Curt Jesajas Schneller und Frau Gertrud geb. Bruckstein, Breslau, .Körnerstr.' 40/42, 29. Ok- tober,. ninair? . .. ,, •'V ex m-ä hj t e : Isaak .; Lange, Frankfurt-Haag mit Rosalie: Abrahams,. Haagt»; :. j 8 8. G e b u r t s t a g : Frau Fanny Ehrmann,;jFrank-j furt a. M.,.,Röde.rbergweg .77 (Israel.;, Versorgungs- ^n&tajt.) a,m ,2i. Oktober... (.. , : . . .* -7 p!,„Gre"b'(u'r tit.a g : jFpu I>phrer^ofen^Wg, geb; Heidingsf eldj.'., Reunheim i fH.), am 27! , Oktoher. ,m<;—, Josep^^Qers^n,./'.Ffankf^t'a.'\MM;^g|eeets(ra|p.'50t' ..am.'^.'.,Oktpber.\, "f!f,;}'.7t^-.-■,(]' -..iiiu-'c- ". >!• ' ■• Nr. 42 Seite 11 Die Frankfurter Woche. ' Die Jüdische Winterhilfe in Frankfurt ä. M. Die Geschäftsstelle der Jüdischen Winterhilfe befindet sich Königswarterhaüs Quinckestraße 26, Anruf 43 703. — Die Annahmestelle für Barspenden: Kasse der Israel. Gemeinde, Fahrgasse 146, Kasse* der Jüdischen Winterhilfe, Quinckestr. 26. — Das Postscheckkonto der Jüdischen Winterhilfe ist Frankfurt a. M. Nr. 66600. — Ueber EintopfSammlungen — Pfundsammlungen ergehen nähere Mitteilungen jeweils durch besondere Veröffentlichungen. — Die Mitteilung über die Ausgabe der Anweisungsscheine erfolgt jeweils durch Anschlag in den Jüdischen Gemeindehäusern, bezw. durch Veröffentlichung im Jüdischen Gemeindeblatt, Frankfurt a. M. An die jüdischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeht noch folgender Aufruf: Auch in diesem Winter wird eine gemeinschaftliche Abführung der Beiträge in den jüdischen Betrieben erfolgen. Die Jüdische Winterhilfe wird mit einer entsprechenden Bitte an die ihr bekannten jüdischen Betriebe herantreten'. Sie bittet hierdurch ferner die Betriebe, bei denen eine gemeinschaftliche Abführung bisher nicht erfolgt ist, sich mit der Geschäftsstelle der Jüdischen Winterhilfe unter Nennung eines Beauftragten in Verbindung zu setzen, damit auch für sie die gemeinschaftliche Abführung in die Wege geleitet werden kann. Ueber die Aufbringung der Mittel für die Jüdische Winterhilfe wird folgendes mitgeteilt: Die Richtsätze für die Spendenbemessung sind in folgender Weise festgesetzt: 1. Monatliche Geldspenden, a) Lohn- und Gehaltsempfänger zahlen während der sechsmonatigen Dauer der Jüdischen Winterhilfe' 1938/39 (1. Oktober 1938 bis 31. März 1939) monatlich mindestens 10 Proz. der abgeführten Lohnsteuer, b) Lohn- und Gehaltsempfänger, die wegen ihres geringen Einkommens nicht herangezogen werden, entrichten ein Opfer von monatlich RM. 0.25. c) Festbesöldete, die neben ihrer Lohnsteuerleistung noch zur Einkommensteuer veranlägt werden, entrichten neben ihrer monatlichen Spende in Höhe von mindestens 10 Proz. ihrer Lohnsteuer ein monatliches Opfer in Höhe von 1, Proz. ihres für das Jahr 1937 veranlagten Einkommensteuerbetrags an die Jüdische Winterhilfe, so weit die Steuerschuld nicht durch Lohnabzug getilgt wird. Diese 1 Proz, werden also lediglich von der Einkommensteuerschuld errechnet, die'idurch Vorauszahlung, und die. Abschlußzahlung getilgt worden ist. d) Gewerbetreibende und Angehörige' der freien Berufe sowie sonstige Einkommenbezieher, die zur Einkommensteuer veranlagt werden, entrichten monatlich ein Opfer in Höhe von 1 Proz. des; für das Jahr 1938 veranlagten Einkommensteuerbetrages an die1 Jüdische Winterhilfe, e) Inhaber von offenen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften entrichten, monatlich 1 Proz. des für das' Jahr 1937 veranlagten Einkommensteuerbetrages an1 die Jüdische Winterhilfe. . f) Gewerbetreibende und Angehörige freier; Berufe sowie sonstige Ei/akommenbezieher, die nicht zur Einkommensteuer .^veranlagt, werden, opfern einen Mindestbeitrag von monatlich RM. 1.— ,während der Dauer der Jüdischen Winterhilfe, g) Personen, die nur zur Vermögenssteuer, nicht" aber zur Einkommensteuer veranlagt, sind, entrichten monatüch ein Opfer in Höhe von 1 Proz. des für das Jähr 1937 veranlagten Vermögenssteuerbetrages an die Jüdische Winterhilfe. Personen, die sowohl zur Einkommenals auch zur Vermögenssteuer veranlagt sind, entrichten 1 % des veranlagten Vermögenssteuerbetrages, wenn die auf dieser Grundlage errechnete Summe höher ist als der auf Grund der Einkommensteuerveranlagung zu errechnende" tBetrag;; 2. Jüdische Eintcpfspende. Die Sammlungen, finden statt: 20 .November 1938, 18. Dezember 1938,-15. Januar 1939, 19. Februar 1939, 19. März 1939 (3. Sonn- <tag im, Monät). Benachrichtigung erfolgt jeweils vor. ,den Sammeltagen. 3. Jüdische Pfundspende. (Die Sammlungen VO?l Lebensmitteln werden wie in den Vorjähren durch Geldspenden abgelöst). Die Sammlungen finden statt am: 30. Oktober 1938, 6. November 1938, 18. Dezember 1938, 22. Januar 1939, 5. Februar 1939, 5. März 1939.' Benachrichtigung erfolgt jeweils vor den Sammeltagen. Zur Vermeidung jeden Mißvertändnisses wird ausdrücklich bekanntgegeben, daß an diesen drei Aufbringungsarteny die nebeneinander bestehen, sich alle Mitglieder der Gemeinden zu beteiligen haben. Zahlungsweise für Spenden und Beiträge sind: 1:. Ueberweisung auf das Postscheckkonto der Jüdischen ' Winterhilfe Nr. 66600 Frankfurt a.' M. \ 2. Erhebung in der Wohnung des Winterhilfspflichtigen. 3. Ueberweisunt? durch den Arbeitgeber. 4. Einzahlung an den beiden Kassenstellen der Jüdischen Winterhilfe. Abbuchung vom Postscheckkonto des Winterhilfspflichtigen, ist in diesem Jahre ni c h t möglich. Alexander Kipnis singt. ' In. der Ersten Oktooerveranstaltung des Kulturbundes,, die zugleich 'den Auftakt der Samson. ^938/39 war, sa»ig Alexander K i p n i s. Dieser' Sänger ist ein Stimmphänombn, das mit seinem Baßbariton -sei- .•?:>:...•.. F ■ ilt'.'i <(,ir-;i;•.'(<